Arknights: Endfield () ist ein Action-Rollenspiel mit Echtzeitstrategie-Elementen des chinesischen Entwicklerstudios Hypergryph. Es handelt sich um einen Ableger des Tower-Defense-Spiels Arknights (2019). Das Spiel erschien am 22. Januar 2026 weltweit für PlayStation 5, Windows, iOS und Android als Free-to-play-Titel mit Mikrotransaktionen. Bereits am ersten Tag nach Veröffentlichung überschritt das Spiel 30 Millionen Downloads weltweit.
Handlung
Die Handlung spielt auf dem Mond „Talos-II“, der 152 Jahre vor Spielbeginn von Pionieren des Planeten Terra – dem Schauplatz des Vorgängerspiels Arknights – durch ein dimensionales Portal namens „Äthertor“ besiedelt wurde. Dieses Portal wurde etwa hundert Jahre vor den Ereignissen des Spiels zerstört, wodurch die Siedler auf Talos-II gestrandet sind. Zahlreiche Konzepte, Fraktionen und Figuren aus Arknights werden daher wieder aufgegriffen, darunter das energiereiche Mineral „Originium“, das den Einsatz pseudomagischer Fähigkeiten namens „Arts“ ermöglicht, sowie die pharmazeutische Organisation „Rhodes Island“.
Talos-II wird von Naturkatastrophen – sogenannten „Kataklysmen“ – und einem gefährlichen übernatürlichen Phänomen namens „Korrosion“ heimgesucht, das in betroffenen Gebieten verzerrte Umgebungen und anomale physikalische Erscheinungen hervorruft. Der Großteil der Mondoberfläche besteht aus unerforschter Wildnis. Endemische Kreaturen namens „Aggeloi“ stellen die größte Bedrohung für die Zivilisation dar, während bewaffnete Plünderer, die „Landbreaker“, an den Rändern der Gesellschaft von Schrottsammlung und Kriminalität leben.
Der Spieler übernimmt die Rolle des „Endministrators“ der titelgebenden „Endfield Industries“, eines bedeutenden Technologieunternehmens auf Talos-II. Nachdem die zentrale Basis der „Protokoll-Rückgewinnungsabteilung“ durch einen Zwischenfall zerstört wurde, wird die Abteilung unter der Aufseherin Perlica wiederaufgebaut. Mithilfe des neu entwickelten „Automatisierten Integrierten Industriesystems“ beginnt die Erkundung des ressourcenarmen „Tal Nr. 4“ als Ausgangspunkt für die weitere Erschließung.
Spielmechanik
Kampfsystem
Arknights: Endfield setzt auf ein 3D-Echtzeit-Kampfsystem, das sich grundlegend vom Tower-Defense-Ansatz des Vorgängers unterscheidet. Der Spieler steuert eine Gruppe von bis zu vier Charakteren (sogenannten „Operatoren“), von denen einer direkt kontrolliert wird, während die übrigen KI-gesteuert agieren. Ein Wechsel zwischen den Charakteren ist jederzeit möglich.
Das Kampfsystem basiert auf Komboangriffen, Ausweichmanövern und einem SP-Ressourcensystem (Skill Points). Normale Angriffe und Kombos füllen sowohl die SP-Leiste als auch den „Ungleichgewichtswert“ der Gegner. Erreicht dieser Wert sein Maximum, gerät der Gegner in einen verwundbaren Zustand, in dem ein „Exekutionsangriff“ hohen Schaden verursacht und zusätzliche SP zurückgibt. Darüber hinaus können verschiedene Arts-Fähigkeiten kombiniert werden, um „Arts-Explosionen“ oder Statusveränderungen auszulösen.
Erkundung
Der Spieler erkundet die weitläufigen Gebiete von Talos-II, sammelt Ressourcen, entdeckt Schatztruhen und löst Umgebungsrätsel. Feindkontakte gehen nahtlos in Kämpfe über. Das Spielfeld ist kein klassisches Open-World-Design, sondern folgt einer semi-offenen, kammartigen Struktur mit hoher Inhaltsdichte. Diese Entscheidung fiel nach dem ersten Betatest, in dem sich viele Spieler in der zu freien Spielwelt verloren hatten; im zweiten Test wurden daher sichtbare Routenführungen und überarbeitete Gegnerplatzierungen eingeführt.
Basisbau und Industriesystem
Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist das „Integrierte Industriesystem“, ein Basisbau- und Fabriksimulationselement mit Parallelen zu Spielen wie Factorio oder Satisfactory. Der Spieler platziert Förderanlagen, Kraftwerke, Verarbeitungsanlagen und Förderbänder, verbindet diese über ein Stromnetz und automatisiert so die Rohstoffverarbeitung und Gegenstandsherstellung.
Das System geht über reines Crafting hinaus: Errichtete Anlagen wie Seilrutschen oder Energierelais erweitern die Erkundungsreichweite und lösen Umgebungsrätsel. Eine Blaupausenfunktion ermöglicht das Speichern, Kopieren und Teilen ganzer Produktionslinien. Zudem gibt es eine asynchrone Mehrspielerkomponente, die an Death Stranding erinnert – Spieler können die Basen anderer besuchen, Hinweise teilen und Güter handeln, jedoch nicht gemeinsam erkunden oder bauen.
Figuren
Der Spieler steuert den „Endministrator“ von Endfield Industries, einen Protagonisten mit wählbarem Geschlecht und Gedächtnisverlust, der als Entwickler des Integrierten Industriesystems gilt. Zu den wichtigsten Figuren zählen die Aufseherin Perlica (japanische Stimme: Shion Wakayama), die während der Abwesenheit des Endministrators die Führung übernahm; die Kampfoperatorin Chen Senyu (Sayumi Suzushiro), eine Drachenkämpferin mit hoher Kampfkraft; sowie Ivonne (Sora Amamiya), eine geniale Forscherin für Korrosionsphänomene. Der Kader umfasst darüber hinaus Mitglieder verschiedener Organisationen wie Rhodes Island, der Industrieunion und weiterer Fraktionen von Talos-II – darunter Figuren, die lose Bezüge zu Charakteren des Vorgängers Arknights aufweisen.
Entwicklung und Veröffentlichung
Technik
Arknights: Endfield wird von Mountain Contour entwickelt, einem Studio unter dem Dach von Hypergryph, und nutzt eine stark modifizierte Version der Unity-Engine. Laut den Entwicklern erforderte das Spiel aufgrund seiner hohen Rendering-Anforderungen tiefgreifende Eingriffe in Unitys Kernkomponenten: Die Charaktermodelle umfassen 80.000 bis 100.000 Polygone pro Figur (40.000–50.000 auf Mobilgeräten), was etwa dem 1,5-Fachen vergleichbarer Titel entspricht. Hinzu kommen die gleichzeitige Darstellung von vier hochdetaillierten Charakteren und die Fabrikstrukturen des Industriesystems mit zahlreichen dynamischen Objekten.
Zu den technischen Neuerungen zählen eine vollständig überarbeitete Rendering-Pipeline, ein datenorientierter ECS-Ansatz für die Basisarchitektur, eigene Shading-Techniken für dynamische Schatten auch in Fernansichten sowie ein dediziertes Rendering-System für die Fabrikarchitekturen.
Veröffentlichungsgeschichte
Am 16. März 2022 veröffentlichte Hypergryph einen Teaser-Trailer und die offizielle Website; zwei Tage später folgten ein CG-Trailer und erste Spielszenen. Im November 2023 fand ein erster Techniktest in China statt, gefolgt von einem globalen Test im Januar 2024. Bei den Game Awards 2023 wurde eine PlayStation-5-Version angekündigt.
Ein zweiter Betatest lief vom 17. Januar bis 17. Februar 2025. Im September 2025 wurde das Spiel auf Apples Präsentation des iPhone 17 Pro vorgeführt, wobei ein Erscheinungstermin Anfang 2026 genannt wurde. Ein dritter Betatest begann am 28. November 2025. Am 12. Dezember 2025 wurde bei den Game Awards 2025 der endgültige Veröffentlichungstermin 22. Januar 2026 bestätigt. Das Spiel ging zwei Stunden früher als geplant online.
PayPal-Zahlungsvorfall
Am Starttag traten bei Spielern, die über PayPal bezahlten, fehlerhafte Abbuchungen auf – darunter Belastungen in falschen Währungen und Beträgen, die offenbar Transaktionen anderer Nutzer zugeordnet wurden. Einzelne Spieler berichteten von Abbuchungen über tausend Euro. Hypergryph deaktivierte daraufhin die PayPal-Anbindung und leitete eine vollständige Rückerstattung der betroffenen Transaktionen ein.
Rezeption
Kritiken
Laut dem Aggregator Metacritic erhielt Arknights: Endfield „überwiegend positive“ Bewertungen. Auf OpenCritic fielen 84 Prozent der gesammelten Rezensionen positiv aus.
Übereinstimmend gelobt wurden die visuelle Gestaltung, die musikalische Untermalung und die Science-Fiction-Atmosphäre des Spiels. Jordan Biordi von CGMagazine vergab 9 von 10 Punkten und sah Umfang und Systemtiefe über dem Niveau typischer Gacha-Spiele – insbesondere hob er die Factorio-ähnliche Fabrikautomatisierung und deren Verzahnung mit der Erkundung hervor. Sammy Barker von Push Square lobte in seinem Test der PS5-Version das Kampfsystem und die hervorragende Plattformoptimierung, räumte jedoch ein, dass die „lore-lastige Erzählung“ nicht jeden ansprechen werde. Sarah Thwaites (IGN) beschrieb den Cyberpunk-inspirierten visuellen Stil als immersiv und die Kampfinszenierungen als „visuell ansprechend“, kritisierte aber den dialogintensiven, stockenden Einstieg.
Kritische Stimmen betrafen vor allem die spielerische Tiefe. Harry Alston (TheGamer) vergab 3 von 5 Sternen und bezeichnete das Spiel als „mehr Stil als Substanz“ – das Fabriksystem sei zwar komplex angelegt, entpuppe sich aber als repetitive Sammel-und-Verarbeitungsschleife, und der Spielfortschritt stütze sich zu stark auf zeitraubende Alltagsaufgaben. Ravi Sinha (GamingBolt) lobte zwar Artdesign und Inhaltsdichte, bemängelte jedoch die repetitive Kampfmechanik und eine spannungsarme, mitunter hölzerne Erzählung. Paulo Kawanishi (Polygon) sah in Science-Fiction-Setting und Basisbau zwar frische Ansätze, bezweifelte aber, dass dies ausreiche, um sich im überfüllten Gacha-Markt abzuheben.
Kommerzieller Erfolg
Vor dem offiziellen Start verzeichnete Arknights: Endfield über 35 Millionen Vorregistrierungen weltweit. Am Erscheinungstag erreichte das Spiel Platz 2 der kostenlosen Apps im iOS App Store und über eine Million Downloads im Google Play Store.
Quellen und Überprüfung
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Aktualisierung des Quelltextes: 2026-09-02