Hearts of Iron IV (abgekürzt HoI4) ist ein 2016 erschienenes Globalstrategiespiel und der vierte Teil der Hearts-of-Iron-Reihe. Es wurde wie die Vorgänger vom schwedischen Unternehmen Paradox Interactive entwickelt und veröffentlicht. Auch dieser Teil der Hearts-of-Iron-Reihe beschäftigt sich mit dem Zweiten Weltkrieg. Dementsprechend bietet das Spiel zwei Szenarien, die in den Jahren 1936 und 1939 beginnen.
Spielprinzip
Wie schon in den Vorgängerspielen sind die Kontrollmöglichkeiten des Spielers fast ausschließlich auf den militärischen Bereich beschränkt, während die anderen Aspekte der Staatsführung stark vereinfacht werden und der Kriegsführung oder -vermeidung zuarbeiten. Dafür sind der Rekrutierung, Organisation, Ausrüstung und dem Einsatz der Streitkräfte kaum Grenzen gesetzt. Die detaillierten und tiefgreifenden Spielmechaniken erlauben die zielgerichtete Gliederung von Kampfeinheiten, Verteilung von militärischer Ausrüstung und Nachschub, Zuordnung von Befehlshabern, Anlegung von Verteidigungsanlagen, Überwachung der Industrie und Produktion, Bewegung von Kampfeinheiten, Entsendung von Schiffen und Flugzeugen, Planung von Nachschubrouten und Unterwanderung des Feindes durch Spione. Den Rahmen für den zentralen kriegerischen Konflikt bilden die grundlegenden diplomatischen Werkzeuge, welche sich auf die Herstellung von Beziehungen, Bildung von Allianzen und Durchsetzung von Friedensbedingungen beschränken.
Mehr als alle bisherigen Teile der Reihe öffnet sich Hearts of Iron IV den alternativhistorischen Chancen und Optionen, was einen deutlich von der tatsächlichen Geschichte abweichenden Gang der Ereignisse unter gleichzeitiger Wahrung des Rahmens eines globalen, ideologischen Krieges gestattet. So stehen den wichtigen Nationen zahlreiche gleichberechtigte Entwicklungspfade offen, die sich zwischen den drei zentralen politischen Ideologien Liberalismus, Faschismus und Kommunismus sowie zwischen friedlicher und offensiver, rückwärtsgewandter und zukunftsoffener Haltung bewegen. Diese Pfade sind in sogenannten Fokusbäumen organisiert und werden von jedem Staat durchlaufen, wobei der Spieler für seine gewählte Regierung selbst die Wahl trifft.
Aufgrund dieser Dynamik sind weitreichende Wechsel in der Weltanschauung und strategischen Zielsetzung der Staaten möglich, sodass die internationalen Konstellationen sich umfassend ändern können. Der Spieler kann jedoch vor dem Beginn einer Kampagne auswählen, ob KI-gesteuerte Länder einen historischen oder freien Weg einschlagen dürfen.
Erweiterungen
Add-ons für Hearts of Iron IV unterteilen sich in sogenannte „Länderpacks“, die sich auf wenige Länder in einer begrenzten Region beschränken und vor allem auf eine Erweiterung der historischen und ahistorischen Pfade und Vertiefung der Immersion abzielen, und „große Erweiterungen“, die neue Mechaniken und Ausarbeitungen der diversen Aspekte der Kriegsführung für alle Teile der Welt hinzufügen.
Erweiterungen
Länderpacks
Kleinere Erweiterungen
Mods
Etwas, wofür Hearts of Iron IV besonders bekannt ist, sind die vielen von den Spielern erstellten Mods. Laut dem Entwickler Dan Lind nutzen 65 % der Spieler Mods. Die am häufigsten gespielten Mods waren 2020
Road to 56, welche das Spiel bis 1956 erweitert und, laut Entwicklern, den historischen und ahistorischen Content für fast jedes Land erweitert.
Kaiserreich, welche das Spiel in das Szenario „Was wäre, wenn Deutschland den Ersten Weltkrieg gewonnen hätte“ versetzt und im Jahr 1936 beginnt.
The New Order: Last Days of Europe, welche das Spiel in das Szenario „Was wäre, wenn Deutschland den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätte“ versetzt.
Millennium Dawn: Modern Day Mod, welche das Spiel in die Szenarien 1. Januar 2000 und 1. Juni 2017 versetzt.
Hearts of Iron IV: The Great War, welche das Spiel in die Szenarien 1910, 1914 und 1919 versetzt.
Endsieg: Ultimate Victory, welche das Spiel in die Szenarien 1910, 1914, 1916, 1918, 1941, 1942, 1943, 1944, Dezember 1944 und 1945 versetzt.
BlackICE Historical Immersion Mod, welche, ähnlich wie Road to 56, den bereits vorhandenen Content erweitert.
Cold War Iron Curtain, welche das Spiel in die Szenarien 1949, 1960 und 1970 versetzt.
Deutsche Zensur
Bei in Deutschland gekauften Spielen waren Porträts von hochrangigen Figuren des NS-Staates geschwärzt. Außerdem wurden die Siegrune und die Totenköpfe auf SS-Uniformen zensiert. Diese Maßnahmen sind nach Aufhebung seitens der USK nicht mehr notwendig. Die Zensuren sind in der österreichischen Version nicht vorhanden, obwohl ein ähnliches Gesetz NS-Symbolik einschränkt. Mit Veröffentlichung des DLC „Götterdämmerung“ wurde im Rahmen einer Überarbeitung vieler Porträts die Zensur aufgegeben, sodass jetzt alle Porträts und Symboliken sichtbar sind. Im Nachhinein wurden die Symboliken und Porträts jedoch aufgrund rechtlicher Probleme erneut zensiert.
Bekanntheit
Einige Webvideoproduzenten, wie z. B. Drew Durnil, SwinceBall, TommyKay, Alex The Rambler oder iSorrowproductions wurden dadurch bekannt und machten das Spiel im Internet populär. Außerdem wurden von Influencern wie TommyKay Turniere veranstaltet.
Rezeption
Hearts of Iron IV war ein kommerzieller Erfolg. Bereits in den ersten zwei Wochen nach Veröffentlichung im Juni 2016 wurden über 200.000 Exemplare verkauft, womit es das bis dahin am schnellsten verkaufte Strategiespiel von Paradox Interactive war noch vor Crusader Kings II und Europa Universalis IV. Bis zur Presseankündigung vom Februar 2017 stiegen die Verkaufszahlen auf über 500.000 Einheiten.
Quellen und Überprüfung
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Aktualisierung des Quelltextes: 2026-05-21