Colony Wars: Vengeance ist eine actionorientierte Weltraum-Flugsimulation und das zweite Spiel der Colony-Wars-Serie von Psygnosis. Wie sein Vorgänger wurde es von Psygnosis' Studio in Liverpool entwickelt und ein Jahr nach dem ersten Teil im Oktober 1998 für die PlayStation veröffentlicht. Unter Anknüpfung an eines der Handlungsenden von Colony Wars erzählt es die Geschichte des Gegenschlags der solaren Navy gegen die Liga der freien Welten, 100 Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils. Der Spieler übernimmt die Rolle des Navy-Piloten Mertens.
Handlung
Die Handlung basiert auf einem der fünf möglichen Spielausgänge des Vorgängers, wonach die Liga nach ihrer Niederlage im Solsystem das Sprungtor des Sonnensystems versiegelt und die Heimatplaneten damit vollkommen isoliert hat. In Folge brachen Chaos und Bürgerkrieg im Sonnensystem aus. Mehrere Jahrzehnte später jedoch können sich die Menschen des Solsystems unter der Führung von Kron wieder vereinen und im Jahr 4699 das versiegelte Sprungtor öffnen. Dies führt zur erneuten Auseinandersetzung mit der Liga der freien Welten, dem zweiten Kolonialkrieg.
Der Spieler übernimmt die Rolle des Navy-Piloten Mertens. Er unterstützt Kron bei der Ausschaltung der letzten Widerständler innerhalb des Sonnensystems und ist anschließend Teil des Vorstoßes ins Liga-Territorium. Wie bereits im Vorgänger gibt es eine variable Missionsstruktur mit sechs unterschiedliche Spielausgängen, abhängig vom Erfolg des Spielers während der Kampfmissionen. Die kanonische Lösung der Entwickler sieht vor, dass Kron sich als zunehmend psychopathischer Anführer erweist, der die Menschheit mit Terror und Gewalt überzieht. Er entpuppt sich als ehemals hochrangiger Raumjägerpilot der Liga, der vom „Vater“ nach dem Angriff auf das Sonnensystem bewusst zurückgelassen wurde. Krons Bemühung um die Wiedervereinigung der solaren Menschheit dienen demnach vor allem seinem Wunsch nach Rache. Seine Anstrengungen zur Vernichtung der Liga werden vom Spieler schließlich gestoppt, indem er Kron tötet. Damit endet der zweite Kolonialkrieg im Jahr 4671.
Spielprinzip
Das Spielprinzip von Colony Wars: Vengeance entspricht ohne große Änderungen dem des Vorgängers. Der Spieler steuert einen von insgesamt fünf neuen Raumjägern. Typ und Ausrüstung werden ihm dabei vom Programm vorgegeben. Es gibt insgesamt 41 Missionen, die sich auf 19 Kampagnen in fünf Sternensystemen (Sol, Gallonigher, Cronus, Alpha Centaurus, Boreas) aufteilen. Jede Kampagne besteht dabei aus einer oder drei Missionen. Aufgrund des variablen Spielverlaufs muss der Spieler nicht alle Missionen gespielt haben, um das kanonische Ende zu erreichen. Im Vergleich zum Vorgänger, der alle Lösungswege umfangmäßig gleichrangig behandelte, unterscheidet Colony Wars: Vengeance sehr deutlich zwischen einem Hauptlösungsweg und den fünf alternativen Spielausgängen. Ähnlich wie im Vorgänger ist der Spieler nicht gezwungen, alle Missionen zu bestehen.
Häufig kann eine gescheiterte Mission durch einen ausgleichenden, dann zumeist schwierigeren Einsatz kompensiert werden. Mehrmaliges Scheitern hintereinander führt jedoch sehr schnell zu einem der fünf Alternativenden.
Es gibt im Spiel vier unterschiedliche Raumjäger, die nach und nach für den Spieler freigeschaltet werden und zwischen denen er nun auch frei wählen kann. Lediglich in den Planetenmissionen ist ein fünfter Jägertyp vorgegeben. Das Interface während des Fluges wurde verschlankt. Angaben zur gegnerischen Schild- und Panzerungsstärke werden nun erst beim Anvisieren der entsprechenden Einheit neben dem Objekt eingeblendet. Eine neue Zielhilfe erleichtert das Anvisieren entfernter gegnerischer Flieger. Durch gegnerische Abschüsse sammelt der Spieler zudem sogenannte Tokens, die er zwischen den Missionen in die Verbesserung seiner Jäger investieren kann. Es existieren für jeden Jäger mehrere Ausbaustufen in den Bereichen Schutzschirme, Antrieb, Nachbrenner und Gyro-Stabilisatoren. Weggefallen im Vergleich zum Vorgänger ist die statistische Auswertung nach Abschluss einer Mission. Stattdessen erfolgt eine Kommentierung der Folgen des Einsatzes durch einen kleinen Bildschirmtext mit Sprachausgabe.
Entwicklung
Auch die Fortsetzung zu Colony Wars stammte aus Psygnosis' Liverpooler Entwicklungsstudio, abermals unter der Leitung von Lead Designer Mike Ellis. Das Projekt verwendete weiterhin die technische Basis und Entwicklertools des Vorgängers, wie beispielsweise den Missionseditor. Dadurch konnte die Entwicklungszeit auf zehn Monate begrenzt werden. Die Grafik konnte im Vergleich zum Vorgänger durch zusätzliche Renderhintergründe wie Wurmlöcher oder Planetenoberflächen und durch besser abgestimmte Verhaltensmuster der Objekte gesteigert werden. Die Kollisionsabfrage wurde verbessert und um das Vierfache beschleunigt, während das Missionsdesign um fünf planetare Bodenmissionen erweitert wurde. Für den Soundtrack wurden klassische Musikkompositionen, beispielsweise von Antonín Dvořák und Ludwig van Beethoven, verwendet.
Rezeption
Colony Wars: Vengeance erhielt von der Fachpresse überwiegend sehr gute Bewertungen (Gamerankings: 86,67 %).
Quellen und Überprüfung
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Aktualisierung des Quelltextes: 2026-08-20