Urban Chaos ist ein Third-Person-Action-Adventure des englischen Entwicklerstudios Mucky Foot. Das Computerspiel erschien 1999 für Microsoft Windows und im Folgejahr auch für PlayStation und Dreamcast. Der Publisher war Eidos Interactive. Aufgrund des weiblichen Hauptcharakters und der Perspektive wurde das Spiel häufig mit der Tomb-Raider-Reihe verglichen.
Handlung
Der Spieler schlüpft in die Rolle der afroamerikanischen Polizistin Darci Stern. In der fiktiven Metropole Union City gilt es Verbrecher zu bekämpfen und eine Verschwörung aufzudecken. Antagonist ist der mysteriöse Drahtzieher Mark Bane. Die Handlung findet in der zum Erscheinen des Spiels noch nahen Zukunft zu Beginn des 21. Jahrhunderts statt.
Spielprinzip
Das Action-Adventure wird aus einer Verfolgerperspektive gespielt. Laufen, Springen und Klettern gehören zum Bewegungsrepertoire. Das Benutzen von Leitern und Entlanghangeln an Simsen ist ebenso möglich wie die Fortbewegung auf Stromleitungen und Autofahren. In einem Tutorial mit Hindernisparcours und Fahrstunden wird zu Beginn in die Grundlagen des Spielprinzips eingeführt. Essenziell ist der Nahkampf mit Fäusten, wobei im Spielverlauf auch Sprengstoff, Pistolen, Baseballschläger, Schrotflinten, halbautomatische Gewehre und Handgranaten zum Waffenarsenal kommen. Das Spiel umfasst 33 Missionen an 18 Schauplätzen. Teilweise können mehrere Missionsziele in beliebiger Reihenfolge gelöst werden. Zur Fortbewegung steht ein Polizeiwagen zur Verfügung. In einzelnen Aufträgen übernimmt der Spieler die Kontrolle über Darci Sterns Kollegen Roper.
Entwicklung und Veröffentlichung
Urban Chaos wurde unter Projektleiter Mike Diskett beim britischen Entwicklerstudio Mucky Foot entwickelt. Die Entwicklung erfolgte in Kooperation mit dem Publisher Eidos Interactive. Das Onlinemagazin Golem berichtete im Januar 1999, dass sich das Spiel bis dahin bereits 16 Monate in Entwicklung befunden haben soll. Zu diesem Zeitpunkt einigten sich Entwickler und Publisher aufgrund der positiven Resonanz von Urban Chaos bereits auf die Entwicklung eines weiteren Computerspiels. Das englischsprachige Onlinemagazin IGN vermeldete den Goldstatus am 1. Dezember 1999. Urban Chaos erschien im Dezember 1999. In Kooperation mit Evosonic sollte im September und Oktober 1999 in deutschen Städten eine Tour unter dem Namen des Spiels stattfinden, allerdings wurde die Kooperation kurzfristig beendet.
Rezeption
Laut Metacritic erhielt die Dreamcast-Version eher gemischte beziehungsweise durchschnittliche Wertungen. Auf der mittlerweile eingestellten Aggregationsplattform GameRankings hatte die PC-Version eine deutlich höhere Durchschnittswertung als die Konsolenfassungen. Der Tester der PC Games fand sich durch abwechslungsreiche Missionsziele nur kurzzeitig unterhalten. Die Grafik bezeichnete er als veraltet und auch Sound und Steuerung wurden kritisiert. Das Spiel wurde als mittelmäßige Mischung aus Tomb Raider und Driver beschrieben. Im Test der PC Joker wurden Spielelemente von drei anderen Eidos-Spielen festgestellt: Bewegungsmöglichkeiten wie in Tomb Raider, ein nahkampflastiges Spielprinzip wie Fighting Force und ein düsteres Ambiente wie bei Nomad Soul. Kritik gab es vor allem für die Steuerung.
Volker Schütz kritisierte im Test der Zeitschrift PC Player neben der Steuerung die Kameraführung, was er als klassische Krankheit von 3D-Spielen ansah. Lob gab es für den sehenswerten Vorspann und abwechslungsreiche Level, Kritik am Speichersystem und der Kamera. Im Test der Dreamcast-Fassung kritisierte das Konsolenmagazin Maniac die Konvertierung als lieblos. Das Action-Adventure sei zwar interessant, allerdings wurden Grafik und Steuerung kritisiert. Auch wurde das Fehlen einer deutschen Sprachausgabe bemängelt. Auch im Test der PlayStation-Version fand bei Maniac vor allem die Grafik Kritik. Während im PC-Test der englischsprachigen Website IGN lediglich das Kampfsystem kritisiert wurde und Urban Chaos ansonsten Lob fand, gab es bei der PlayStation-Variante nur Lob für die Darstellung einer afroamerikanischen Frau als Protagonistin.
Neben dem Kampfsystem wurden dort auch die Kameraperspektive und die Grafik im Allgemeinen kritisiert. Die Dreamcast-Version wurde zwar etwas besser bewertet, aber auch sie scheitere laut dem IGN-Tester trotz Potential bei Spielprinzip und Innovationen an der Steuerung und schwacher Optik.
Quellen und Überprüfung
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Aktualisierung des Quelltextes: 2026-09-20