Kingdom Come: Deliverance II (Abk. KCD II bzw. KCD 2) ist ein von Warhorse Studios entwickeltes Computer-Rollenspiel für die Systeme Microsoft Windows, PlayStation 5 und Xbox Series. Der Nachfolger von Kingdom Come: Deliverance wurde im Jahr 2025 veröffentlicht.
Das Spiel ist laut Beschreibung seines Publishers eine „authentische Wiedergabe des Böhmens des 15. Jahrhunderts“. Das Spiel erhielt positive Kritiken und verkaufte sich innerhalb von 12 Monaten fünf Millionen Mal.
Handlung
Protagonist ist wie bereits im Vorgänger Heinrich von Skalitz (bzw. Henry in der englischsprachigen Fassung), Sohn eines Schmiedes, welcher im mittelalterlichen Mittelböhmen des frühen 15. Jahrhunderts lebt. Die Handlung knüpft nahtlos an das Ende des Vorgängers an. Laut Spielbeschreibung wird Heinrich von Skalitz im Verlauf von Kingdom Come: Deliverance II, das sich in den „Wirren eines Bürgerkriegs“ abspielt, gegen „Sigismund den Roten Fuchs“ und dessen Verbündete kämpfen.
Wie man gegen Ende des letzten Teils erfährt, wird Hans Capon (eine Figur, die auf Jan Ptáček von Pirkstein basiert) mit dem Protagonisten als Knappe und einigen weiteren Personen zur Burg Trosky geschickt. Der Burgherr Otto von Bergow ist Schatzmeister der Herrenvereinigung, welche sich gegen König Wenzel IV. stellte. Der kleine Trupp sollte ein diplomatisches Abkommen mit dem Burgherrn treffen. Sie entscheiden sich am Ufer des Steinturmsees Rast zu machen und dort ihr Lager aufzuschlagen. Nach kurzer Zeit wird das Lager von einer bewaffneten Meute überfallen und alle getötet. Hans und Heinrich können nur knapp durch den See entkommen, wobei Heinrich durch einen Armbrustbolzen in der Schulter getroffen wird. Heinrich erkannte unter ihnen sogar einen alten Bekannten, den ungarischen Adeligen Istvan Toth.
Heinrich und Hans kommen schwer verletzt an der anderen Seite des Sees an. Während die Banditen aktiv nach beiden suchen, gelingt ihnen die Flucht. Allerdings wird Heinrich wegen seiner Wunde immer schwächer. Kurz vor dem Zusammenbruch finden sie zufällig das Haus einer Kräuterkundlerin. Sie entscheidet sich, ihnen zu helfen. Nach einigen Tagen geht es beiden wieder besser. Daraufhin begeben sich beide auf den Weg nach Burg Trosky. Dort wurde ihnen gesagt, dass der Burgherr nicht da wäre und sie ein anderes Mal wiederkommen sollen. Nachdem Hans ein wenig gemeckert hatte, wurde über ihn Jauche ausgeschüttet. Beide gehen daraufhin in die Schenke von Troskowitz. Dort entscheiden sie, dass sie arbeiten müssen, um Geld zu bekommen, da sie im aktuellen Zustand aussehen wie Bettler und ihnen keiner glauben wird, dass sie eigentlich nur Boten sind. Hans weigert sich, weil er ja ein Adliger sei.
Dieses Gespräch endete in einer Prügelei, für die sie an den Pranger gestellt werden. Nach der Freilassung zerstreiten sich die beiden und gehen fürs Erste getrennte Wege. Heinrich kann Hans später im Laufe einer Quest beim Wildern erwischen.
Heinrich erfährt von einer Hochzeit, die in der Burg Semin stattfinden soll. Dorthin wäre auch Otto von Bergow eingeladen. Er fasste den Plan, ebenfalls auf diese Hochzeit zu gehen, um dort mit ihm zu reden. Der Plan scheiterte. Heinrich kommt zwar auf die Hochzeit, aber der Herr von Bergow erscheint nicht. Auch der Bräutigam verspätet sich. Die Hochzeitsfeier endet in einer Schlägerei zwischen den beiden, Hans und Heinrich, und einer besoffenen Gruppe von Hochzeitsgästen. Wegen dieser Schlägerei werden beide auf Burg Trosky eingesperrt. Da Otto von Bergow nicht da ist, wurde die Verwaltung der Burg seinem Schatzmeister Herrn Ullrich übergeben. Dieser entscheidet sich Hans wegen der Wilderei zu hängen. Heinrich darf auf der Burg helfen, um die Schulden abzuarbeiten, die er durch die Schlägerei auf der Hochzeit angerichtet hat.
Also lässt er ihn Säcke schleppen und dem Schmied der Burg helfen. Er hat 12 Stunden Zeit zu beweisen, dass Hans Capon ein Adliger ist, sonst wird er gehängt. Da bei dem Überfall alle Dokumente verloren gingen, die beweisen würden, dass Hans ein Adliger ist, ist der Einzige, der das Beweisen könnte, Hauptmann Thomas. Dieser hatte die beiden am Anfang des Spiels auf einer Patrouille getroffen. Leider wurde er nach diesem Zusammentreffen von Banditen schwer verletzt und liegt nun in der Kapelle der Burg. Kurz bevor Hans gehängt werden soll, kommt Otto von Bergow zur Burg zurück und erlässt beiden die Strafe. Er redet darauf mit ihnen und beide stellen ihr diplomatisches Ersuchen vor. Otto von Bergow lässt sie daraufhin einige Aufgaben erledigen und gibt vor, über das Angebot nachzudenken.
Bei einem Angriff auf die Rebellenburg Nebarkov im Süden der Karte, kommt seine Armee mit Hans und Heinrich in einen Hinterhalt, was ihn große Teile seiner Armee kostet. Heinrich und Hans treffen als Überlebende auf den Anführer der Rebellen Jan Zizka. Es kommt zwischen Heinrich und ihm zu einem Duell. Allerdings wird er durch die persönlichen Wachen Zizkas überwältigt, gefangen genommen und auf die Burg Nebarkov gebracht.
In der Burg ist auch Istvan, da Heinrich und Hans ihn wiedererkennen und ihn Beschimpfen erkennt Zizka, dass Istvan der Spion in seinen Reihen ist und lässt ihn einsperren. Zur gleichen Zeit wird Harnusch von Leipa und sein Mitstreiter Razig Kobyla in Rattay ungeduldig und skeptisch, warum die Jungs noch nicht zurück sind. Daraufhin bitten sie den ehemaligen Pfarrer von Uschitze Godwin um Hilfe und schicken ihn nach Trosky, um die Jungs zu suchen. Dabei schlüpft der Spieler in die Rolle von Godwin und übernimmt seine Steuerung. Er besucht unterschiedliche Orte und redet mit Leuten um herauszufinden, wo die beiden sind. Irgendwann findet er sie in Nebarkov. Er redete mit Zizka und erzählte ihm, was ihre eigentliche Aufgabe in Trosky war und woher sie kommen. Da Radzig und Harnusch ihm ein Schreiben mitgaben, das seine Glaubwürdigkeit untermauert, glaubt ihm Zizka.
Erik, der engste Verbündete von Istvan, zettelt in der Zeit eine Rebellion in der Burg an. Weil Zizka auch ihn einsperren will, aber wegen des Gesprächs mit Godwin es nicht dazukommt. Erik befreit Istvan und beide fliehen aus der Burg. Durch das beherzte Eingreifen Godwins konnten Hans und Heinrich befreit werden und alle drei schlossen sich Zizka an. Alle wollen so schnell wie möglich die Burg verlassen und peilten den nächsten Morgen für die Abreise an. Hier bekommt Heinrich auch beigebracht, wie man mit dem Handrohr, einer sehr frühen tragbaren Schießpulverwaffe, umgeht.
Am nächsten Morgen greift Otto von Bergow mit seinen Verbündeten die Burg an. Jan Zizka und seine Leute können den Angreifern lange die Stirn bieten. Als die Burg nach einiger Zeit immer noch nicht gefallen war, zieht von Bergow sein Ass aus dem Ärmel, den „Finger Gottes“. Dies ist eine Kanone, genauer gesagt eine Bombarde. Diese zielt direkt auf den Bergfried, wo sich alle verschanzt haben. Nach kurzer Vorbereitung gibt die Kanone einen Schuss auf den Bergfried ab und trifft ihn am Giebel. Die Wucht des Einschlages lässt das Dach und einen Teil der Mauer bersten. Hans wird unter Trümmern begraben und verletzt sich dabei. Nach dem Treffer ergeben sich die Leute Zizkas und werden gefangen genommen. Hans Capon muss mit von Bergow nach Kuttenberg kommen. Alle anderen werden auf die Burg Trosky gebracht und dort gefoltert.
Nachts werden sie durch eine weitere Verbündete Zizkas freigelassen, welcher er als Spion in die Burg eingeschleust hatte. Heinrich holt sich seine Ausrüstung wieder und schleicht sich in die Gemächer von Istvan. Dort kommt es zu einem Kampf, den Istvan mit dem Leben bezahlt. Heinrich bekommt danach auch endlich sein Schwert wieder, welchem er seit KCD 1 hinterherrennt. Danach entkommen sie durch einen unterirdischen Geheimgang. Dort warten zwei weitere Verbündete mit einem Wagen, dieser bringt sie dann nach Sukdol in der Nähe von Kuttenberg.
Der Besitzer der Burg Peter Piesek ist ein alter Freund von Zizka und ließ sie in die Burg. Nachdem sich alle gestärkt und ausgeruht hatten, gab es eine Lagebesprechung von allen Beteiligten. Zizka bietet daraufhin Heinrich an, mitzukommen in die „Teufelszuflucht“, ein Gutshof nördlich von Kuttenberg. Dieser wird ihr künftiger Unterschlupf sein. Heinrich, Zizka und sein Gefolge schmieden einen Plan, um den Schwerverbrecher „Knochenteufel“ aus der Gefangenschaft während eines Transports zu befreien. Der Plan wird in die Tat umgesetzt und ist zwar erfolgreich, allerdings nicht so wie gedacht. Nachdem dieser befreit ist, erhält Heinrich von ihm den Auftrag, seine alte Mannschaft wieder zusammenzutrommeln.
Heinrich sucht immer noch Hans. Um herauszufinden, wo dieser ist, begibt er sich nach Kuttenberg und stellt dort weitere Nachforschungen an. Dabei stößt er auf seinen Stiefbruder und mit ihm auf von Lichtenstein. Heinrich teilte ihm mit, dass von Bergow weiß, wo er sich aufhält und fragte ihn, ob er wüsste, wo Hans gefangen gehalten wird. Er gibt ihm den Hinweis, dass er sich in der Burg Maleschau befindet und er die Familie Ruthard um Rat fragen soll. Ihr hat vor der Beschlagnahmung durch Sigismund die Burg gehört. Heinrich geht zu ihrem Haus in Kuttenberg und fragt sie. Herr Ruthard gibt ihm alle Informationen, die er braucht, um eine erfolgreiche Befreiung vorzunehmen. Daraufhin begibt er sich nach Maleschau, ein kleiner Ort sehr weit im Süden der Karte. Er bricht über einen Geheimgang in diese Burg ein und schleicht sich in das Gefängnis.
Dort findet er neben Hans auch noch einen weiteren Gefangenen. Dieser gibt an, ein französischer Veteran zu sein und in allen möglichen Kriegen mitgekämpft zu haben. Heinrich nimmt beide mit und bringt sie in die Teufelszuflucht. Dort schließen sich beide dem Gefolge an. Unterwegs in die Zuflucht stoßen sie auf Hanusch und Radzig, beide sind unterwegs zu einer Taktikbesprechung nach Raborsch, einem Ort im Norden der Karte.
Um alle Gefolgsleute des Knochenteufels zu finden, muss Heinrich erstmal Nachforschungen anstellen, wo sich diese nach all der Zeit aufhalten. Er findet sie alle und redet mit ihnen. Einige schließen sich ihm an, andere nicht. Alle, die sich anschließen, schickt er in die Teufelszuflucht. Der nächste Schritt besteht darin, König Sigismund die Bombarde zu klauen. Dafür lässt sich Heinrich in dem Feldlager von ihm für die Prager Miliz anwerben. Diese macht ungefähr die Hälfte der Armee von Sigismund aus, die andere Hälfte besteht aus Banditen, Söldner und Kumanen. Hierbei trifft er auch einen Mediziner aus Afrika namens Masa Musa, den er später auf ihre Seite ziehen kann. In der nächsten Nacht passiert im Feldlager ein Mord an einem der Offizieren. Dabei wachen Heinrich und einige Generäle von Sigismund auf.
Da Heinrich beim „Einstellungstest“ sehr gut abgeschnitten hat und daher vom Kommandeur der Prager Miliz volles Vertrauen genießt, wird er damit beauftragt, den Mord zu untersuchen. Die Belohnung ist, dass er zu seinem persönlichen Berater aufsteigen würde. Bei den Nachforschungen findet Heinrich zufällig die Bombarde. Er untersucht sie und findet heraus, dass sie manipuliert wurde. Kurz danach kommt der Befehl von Sigismund, die Bombarde ins Kloster Sedlitz bei Kuttenberg zu verlegen, um sie bei der nächsten Belagerung einsetzen zu können. Diese Info erreicht Zizka in der Teufelszuflucht. Daraufhin bricht die Garnison auf, mit der Bombarde im Schlepptau. Unterwegs kommen sie in einen Hinterhalt. Dabei sterben ein Großteil der Prager Waffenknechte und die Bombarde fällt Zizka in die Hände.
Mit dieser Kanone belagert Zizka Maleschau um Otto von Bergow gefangen zu nehmen. Dabei wird die Bombarde zerstört. Nach der erfolgreichen Belagerung und der gefangenahme Otto von Bergows, ziehen sich alle in die Burg Sukdol zurück. Dort wird von Bergow verhört und mit ihm verhandelt. Die nächsten Schritte werden dort geplant. Durch die Informationen von von Bergow wissen sie nun, das sich in der Königlichen Schatzkammer im Welschen Hof, die letzten Geldreserven von Sigismund befinden. Der Plan sieht vor, diese letzten Geldreserven zu rauben, damit Sigismund kein Geld mehr hat und deswegen nach Ungarn zurückkehren muss. In den Welschen Hof kommen sie mit einem Legaten und seinem Gefolge. Der Legate ist in Kuttenberg im Auftrag des Papstes, um eine Streitigkeit zwischen zwei Kirchen zu klären. Zizka will den Legaten überreden, seine Männer als Gefolge mitzunehmen. Der Plan geht komplett schief. Der Versuch mit dem Legaten zu reden endet damit, dass er die Flucht ergreift und dabei einen Unfall hat, der ihn sofort tötet.
Der neue Plan sieht vor, dass Godwin als der Legate auftreten soll. Er soll dann die Streitigkeit klären, um den anderen damit Zeit zu verschaffen, um den Hof auszurauben. Während dieser Zeit wechselt der Spieler die ganze Zeit die Steuerung zwischen Heinrich und Godwin. Der Plan funktioniert, aber auch nicht ganz so, wie geplant. Es stellt sich raus, dass sich in ihren Reihen ein Verräter befindet, der einige Infos immer wieder an Erik, dem Ziehsohn von Istvan, weitergibt. Dieser greift dann den Welschen Hof an. Die Gruppe um Zizka schafft es die Groschen und die Gefangenen durch einen Tunnel in die Burg Ruthard zu bringen, wo der Verräter sein Gesicht zeigt und sie angreift. Er kann zwar entkommen, wird aber verletzt. Die Ex-Gefangenen und die Groschen werden nach Sukdol verfrachtet. Herr Piesek ist damit zwar nicht einverstanden, hat aber keine Wahl sie für die Nacht aufzunehmen.
Am nächsten Tag ist Sigismund auf dem Weg zurück nach Ungarn. Er kann seine Armee nicht mehr bezahlen und ein anderer König macht ihm die Krone in Ungarn streitig. Erik will sich mit Heinrich im ehemaligen Heerlager von Sigismund duellieren, um den Tod an Istvan zu rächen und lockt ihn mit einer List dahin. Es kommt zum Kampf zwischen beiden, dabei sieht Heinrich die Belagerungsarmee anrücken. Die Burg Sukdol wird kurz danach von den letzten Resten der Prager Miliz und den Kumanen belagert unter der Führung von von Aulitz. Heinrich kehrt sofort nach Sukdol zurück und bekämpft die Belagerer. Die Belagerung zieht sich hin. Heinrich wird auserkohren, Verstärkung zu holen. Dabei soll er auch gleich von Aulitz töten, der durch einen Armbrustbolzen schwer verletzt ist. Heinrich schafft es aus dem Heerlager rauszuschleichen und davonzureiten.
Der Spieler übernimmt während der Abwesenheit von Heinrich die Steuerung von Godwin. Einige Tage geht die Belagerung noch weiter, kurz bevor die Burg kapitulieren muss, kommt die Verstärkung an. Unter dem Kommando von Radzig und Hanusch. Mit dieser Verstärkung wird die Belagerung aufgelöst. Die Königlichen Groschen sind bei dem ganzen Tumult in der Burg abhandengekommen. Am Ende geht die Truppe um Zizka leer aus. Das Dorf Sukdol sowie die Burg sind danach komplett zerstört und nicht mehr zu gebrauchen.
Die Handlung kann durch Spielerentscheidungen beeinflusst und verändert werden. Das ist nur die Kerngeschichte.
Laut Warhorse Studios schließt KCD II die Geschichte, die mit dem Vorgängerspiel begann, ab. Kingdom Come: Deliverance II hat verschiedene Enden.
Setting
Die Spielwelt von Kingdom Come: Deliverance II ist doppelt so groß wie die des ersten Teils. Jedoch handelt es sich nicht um eine große zusammenhängende Welt, sondern zwei größere, frei erkundbare Gebiete. Das eine Gebiet ist das Böhmische Paradies, eine Kulturlandschaft mit viel Natur, während das andere die Stadt Kutná Hora bzw. Kuttenberg und deren Umland darstellt. Kuttenberg war im späten Mittelalter nach Prag die zweitgrößte Stadt Böhmens und aufgrund von Silberbergbau sowie Münzprägung eines der reichsten Wirtschaftszentren des Landes.
Kingdom Come: Deliverance II ist laut Warhorse Studios mit insgesamt fünf Stunden Zwischensequenzen durchsetzt und auch für Einsteiger, die den ersten Teil nicht gespielt haben, zugänglich. Die Spieldauer des Grundspiels beträgt 80 bis 100 Stunden, exklusive DLCs.
Während des Spielens können Kodexeinträge zu historischen Persönlichkeiten, sozialen Gegebenheiten der damaligen Zeit, Handwerk, historischen Ereignissen sowie historischen Orten und allgemeinen Informationen freigeschaltet werden.
Da Kingdom Come: Deliverance II unterschiedliche Enden hat, gibt es einen gewissen Wiederspielwert.
Gameplay
Kingdom Come: Deliverance II ist wie bereits sein Vorgänger ein Open-World-Action-Rollenspiel, in der der Protagonist aus der Egoperspektive gesteuert wird. Erneut können Aufgaben bzw. Missionen auf unterschiedliche Weise gehandhabt werden. Entsprechend den Entscheidungen und der Art des Spielenden fallen die Reaktionen der NPCs und der Gesellschaft aus. Nach Angaben von Warhorse Studios beeinflussen die Reaktionen der Gesellschaft und Spielwelt auf den Spieler-Character wiederum dessen Werdegang. So sollen sich letztlich die Entscheidungen des Spielenden auf die Charakterentwicklung und den Lebenslauf des Spielercharakters auswirken. Ein Aspekt des Gameplays von KCD II ist die Lebenssimulation; der Protagonist benötigt, wie bereits im Vorgänger, regelmäßig Schlaf und Nahrung.
Anders als zu Beginn des Vorgängers startet das Spiel nicht mit einem gänzlich unerfahrenem und untrainierten Protagonisten. Im Gegensatz zum ersten Teil gibt es in Kingdom Come: Deliverance II auch Armbrüste und frühe Formen von Feuerwaffen. Erstere können zum Teil auch während des Reitens verschossen werden.
Waren im Vorgänger mit Redekunst, Charisma und Einschüchtern drei Fähigkeiten in Dialogen mit NPCs anwendbar, wurden diese um Auftreten, Nötigen und Dominieren ergänzt.
Entwicklung und Marketing
Die Entwicklungskosten betrugen eine Milliarde tschechische Kronen, was etwa 41 Millionen US-Dollar entspricht. Kingdom Come: Deliverance II wurde im April 2024 mit einem Trailer angekündigt und vorgestellt. Mit der Entwicklung von Kingdom Come: Deliverance II war im Jahr 2018, nach der Veröffentlichung des Vorgängers, begonnen worden. Zählte Warhorse Studios im Jahr 2019 noch 131 Mitarbeiter, war es spätestens bis zum Frühjahr 2024 auf ca. 250 Personen angewachsen. Nach eigenen Angaben will Warhorse Studios mit Kingdom Come: Deliverance II das Spiel erschaffen, das der Vorgänger Kingdom Come: Deliverance eigentlich sein sollte, aber Warhorse Studios aufgrund mangelnder Ressourcen und Erfahrung nicht konnte. Die Spiel-Engine basiert auf der CryEngine und ist laut Angaben der Entwickler stark modifiziert. Die Komponisten des Spiels sind erneut die Tschechen Jan Valta und Adam Sporka.
Auch wird der Protagonist Heinrich bzw. Henry abermals vom britischen Schauspieler Tom McKay verkörpert. Außerdem wurde bei der Entwicklung wieder auf die Expertise von verschiedenen Historikern, Universitäten und Museen zurückgegriffen, um laut Warhorse Studios eine „realistische, eindringliche und glaubwürdige mittelalterliche Welt“ darzustellen. Anders als bei der Entwicklung des ersten Teils wird das Motion Capturing um Facial-Capture ergänzt. Auch Stuntreiter nahmen an der Entwicklung des Spiels teil.
KCD II ist in mehreren Sprachen vertont; es gibt Sprachausgaben in Englisch, Deutsch, Tschechisch, Französisch, Spanisch und Japanisch. Für andere Sprachen sind textbasierte Lokalisierungen bzw. Untertitel verfügbar.
Im Juni 2024 wurde ein zweiter Trailer veröffentlicht. Zwei Monate später wurde das Veröffentlichungsdatum bekanntgegeben und ein 25-minütiges Gameplay-Video nebst Teaser veröffentlicht.
Mit dem Patch 1.3 erschienen am 15. Mai 2025 sowohl der erste DLC Brushes With Death als auch die angekündigten Pferderennen im Spiel. Mit der Veröffentlichung von Patch 1.5 und der letzten Erweiterung im November 2025 beendete Warhorse Studios die Entwicklung von Inhalten für Kingdom Come: Deliverance II.
Verkaufsversionen und Erweiterungen
Verkaufsversionen
Zu Kingdom Come: Deliverance II wurden vier Verkaufsversionen veröffentlicht; neben dem Grundspiel bzw. der Standard Edition wurde KCD2 als Gold Edition, als Collector’s Edition und als Royal Edition veröffentlicht. Die Gold Edition enthält neben dem Grundspiel drei später erscheinende DLCs bzw. Add-ons, eine Ausrüstung für den Protagonisten sowie einen Bonusinhalt namens „Shields of Seasons Passing“, der mit dem Release des Grundspiels veröffentlicht wird. Sowohl die Standard Edition als auch die Goldedition werden digital (per download) als auch als physische Ausgabe angeboten. Käufer der Standard Edition können die drei Erweiterungen und den Bonusinhalt „Shields of Seasons Passing“ als digitales Bündelangebot unter der Bezeichnung „Expansion Pack“ bzw. „Erweiterungspass“ online erwerben.
Die Collector’s Edition umfasst alle Inhalte der Gold Edition und ist ergänzt um mehrere Merchandise-Artikel. Vorbesteller erhielten unabhängig von der gekauften Version ein Bonusquest (namens „Löwenwappen“), das wiederum eine weitere Ausrüstung für den Protagonisten mit sich brachte. Die Royal Edition, die anders als alle anderen Versionen nicht im Februar, sondern im November 2025 erschien, ist – abgesehen von Merchandise-Artikeln, die ausschließlich der Collectors Edition beiliegen – das Komplettpaket, da in der Royal Edition neben dem Grundspiel alle Bonusinhalte und Erweiterungen enthalten sind. Mit der Veröffentlichung der Royal Edition beendete Warhorse Studios die Entwicklung von Erweiterungen für Kingdom Come: Deliverance II.
Erweiterungen
Zwei Wochen vor Release kündigten Warhorse Studios am 21. Januar 2025 eine Roadmap mit Erweiterungen für das Hauptspiel an. Darin enthalten sind drei kostenlose Updates sowie drei kostenpflichtige Erweiterungen. Für das Frühjahr 2025 sind bereits einige kleinere Features geplant, die kostenlos nachgeliefert werden und die in der Launch-Version noch fehlen.
Zu den kostenlosen DLCs gehört der Hardcore-Modus, der das Spielerlebnis durch erhöhte Schwierigkeit erweitert. Außerdem wird es Pferderennen geben, bei denen Spieler ihre Reitfertigkeiten unter Beweis stellen und Preisgelder gewinnen können. Zudem wird der Barbier zurückkehren, der es ermöglicht, Heinrichs Aussehen durch neue Frisuren und Bärte anzupassen.
Die kostenpflichtigen Erweiterungen, die im Expansion Pass enthalten sind, bieten neue Handlungsstränge und Spielinhalte. Den Anfang macht Brushes With Death, das im April 2025 erschien. In diesem DLC erforscht Heinrich die rätselhafte Vergangenheit eines Künstlers. Der Spieler bekommt auch die Möglichkeit mit freigeschalteten Symbolen Schilder zu bemalen und sie damit einzigartig zu machen.
Im dritten Quartal 2025 folgt Legacy of the Forge. Hier steht die Schmiedekunst im Mittelpunkt. Spieler können die Schmiede in Kuttenberg wiederaufbauen und Heinrichs Fähigkeiten als Schmied verbessern, um ihn zu einem Meisterschmied aufsteigen zu lassen. Außerdem kann er weitere Informationen aus der Vergangenheit seines Stiefvaters herausfinden und es dreht sich alles um eine Astronomische Uhr in Kuttenberg. Das DLC wurde im September 2025 veröffentlicht.
Den Abschluss der Erweiterungen bildet Mysteria Ecclesiae, das im November 2025 erschien. In diesem DLC begibt sich Heinrich ins Kloster Sedletz, um eine tödliche Krankheit aufzuhalten. Ähnlich wie im ersten Teil gibt es auch hier eine Mischung aus Abenteuern, Intrigen und Rätsel, die Heinrich lösen muss.
Auch danach kamen noch kleinere Inhaltspatches und Updates so kam im August 2026 ein Patch raus, wo Heinrich in Kuttenberg auf einen Gaugler trifft. Nachdem man mit ihm geredet hat kann man gegen ihn einige Runden Würfeln und dabei einen neuen Würfel sowie ein komplettes Gauglerset bekommen.
Auszeichnungen, Rekord und Verkaufszahlen
Bereits vor Veröffentlichung, im August 2024, erhielt Kingdom Come: Deliverance II auf der Gamescom die Auszeichnung „Bestes PC-Spiel“. Zu den Game Awards 2025 wurde das Spiel in den Kategorien Spiel des Jahres, Bestes Rollenspiel und Beste Erzählung nominiert, jedoch nicht ausgezeichnet.
Das Script des Spiels verfügt nach Angaben von Chefentwickler Daniel Vavra über 2,2 Millionen Wörter. Das Script des bisherigen Rekordhalters, Baldur’s Gate 3, beinhaltet laut Dokumentation von Guinness World Records ca. zwei Millionen Wörter.
Am Tag der Veröffentlichung hatte sich Kingdom Come: Deliverance II eine Million mal verkauft.
In den ersten zwei Wochen nach Veröffentlichung verkaufte sich das Spiel zwei Millionen mal. Fünf Millionen Exemplare waren innerhalb eines Jahres – bis Februar 2026 verkauft.
Bewertung
PC Games vergab sowohl für die PC- als auch Xbox-Series- und PS5-Version 9 von 10 Punkten. Dabei wurde eine tolle Inszenierung und großartig geschriebene Dialoge gelobt, in diesem Zusammenhang wurde auch eine sehr gute deutsche Vertonung hervorgehoben. Ebenfalls gelobt wurde ein intuitives Leveling-System und die realistische Darstellung mitteleuropäischer Wälder. Kritisiert wurden hingegen steife und ausdruckslose Gesichter und schlechte Lippensynchronität.
GamePro vergab 87 von 100 Punkten für die Xbox-Series-Version und lobte unter anderem toll inszenierte Cutscenes, dynamische Beleuchtung, vielseitige Figuren sowie die Verfügbarkeit extrem vieler Ausrüstungsgegenstände. Kritisiert wurden beispielsweise ein umständliches Speichersystem und eine manchmal fummelige Controllersteuerung. Metal Hammer vergab fünfeinhalb von sieben Punkten und schrieb: „Mit ‘Kingdom Come: Deliverance II’ erscheint nicht nur das erste Videospiel-Highlight des Jahres, sondern es ist auch die Fortsetzung, die sich alle gewünscht haben.“
Quellen und Überprüfung
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Aktualisierung des Quelltextes: 2026-10-04