Mortal Kombat 11 ist ein Kampfspiel aus dem Jahr 2019, das von NetherRealm Studios entwickelt und von Warner Bros. Games veröffentlicht wurde. Es ist der elfte Hauptteil der Mortal-Kombat-Reihe und die Fortsetzung von Mortal Kombat X aus dem Jahr 2015.
Das Spiel wurde bei den The Game Awards 2018 angekündigt und erschien in Nordamerika und Europa am 23. April 2019 für Nintendo Switch, PlayStation 4, Windows und Xbox One – mit Ausnahme der europäischen Switch-Version, die erst am 10. Mai 2019 veröffentlicht wurde. Für Stadia erschien das Spiel am 19. November 2019.
Eine erweiterte Version des Spiels mit sämtlichen bis dahin veröffentlichten herunterladbaren Inhalten namens Mortal Kombat 11 Ultimate erschien am 17. November 2020 für Nintendo Switch, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One und Xbox Series.
Der Nachfolger und zugleich Neustart der Reihe, Mortal Kombat 1, wurde am 19. September 2023 veröffentlicht.
Gameplay
Wie die drei vorherigen Spiele der Reihe, einschließlich Mortal Kombat Mobile, ist Mortal Kombat 11 ein 2,5D-Kampfspiel. Dabei treffen zwei Charaktere in einem Level, einer sogenannten Stage, aufeinander und versuchen, den jeweils anderen mit verschiedenen Angriffen, die durch Tastenkombinationen ausgelöst werden, zu besiegen.
Neben den zurückkehrenden Fatalities, Brutalities, Stage Fatalities, Friendships und Quitalities wurden neue Gameplay-Elemente eingeführt, darunter Fatal Blows und Krushing Blows.
Fatal Blows sind Spezialangriffe, die den X-Ray-Moves aus dem Reboot von 2011 und aus Mortal Kombat X ähneln. Wie diese verursachen sie enormen Schaden, stehen jedoch erst zur Verfügung, wenn die Lebensenergie eines Spielers unter 30 % fällt, und können nur einmal pro Kampf eingesetzt werden. Im Gegensatz zu den X-Ray-Moves aus früheren Spielen zeigen Fatal Blows allerdings keine Knochen oder inneren Körperteile mehr, was von einigen Spielern als Rückschritt angesehen wurde.
Krushing Blows sind besonders starke Varianten bestimmter Spezialangriffe oder Kombos. Sie werden nur unter bestimmten Bedingungen ausgelöst und verursachen schwere, grafisch dargestellte Verletzungen sowie oft bis zu 30 % Schaden mit nur einem Treffer. Neu in der Reihe ist außerdem die sogenannte Flawless-Block-Mechanik. Damit können Spieler nach einem perfekt getimten Blockangriff eine Gegenoffensive starten. Ebenfalls zurückgekehrt ist der Finisher Mercy, der zuletzt in Mortal Kombat Trilogy zu sehen war. Dabei kann der Gewinner nach der „Finish Him/Her“-Einblendung den Gegner wiederbeleben, sodass dieser eine kleine Menge Lebensenergie zurückerhält.
Mortal Kombat 11 führt das sogenannte Kustom-Variation-System ein, das eine Charakteranpassung ähnlich dem Gear-System aus dem DC-Comic-Kampfspiel Injustice 2 von NetherRealm Studios bietet und das Variationssystem aus Mortal Kombat X erweitert. Jeder Charakter verfügt über eine grundlegende Auswahl an Skins, Ausrüstungsgegenständen und Spezialmoves, die vom Spieler weiter angepasst werden können. Anders als in Injustice 2 beeinflusst das Aussehen der Figuren in Mortal Kombat 11 jedoch nicht ihre Fähigkeiten. Dadurch können Spieler individuelle Move-Sets unabhängig vom Erscheinungsbild ihres Charakters erstellen.
Die Online-Modi unterstützen außerdem erstmals in der Geschichte der Reihe Cross-Play. Die Funktion befand sich allerdings zunächst noch in einer Beta-Phase und war nicht für Nintendo Switch, PC und Stadia verfügbar.
Marketing und Veröffentlichung
Mortal Kombat 11 erschien am 23. April 2019 für Microsoft Windows, Nintendo Switch, PlayStation 4 und Xbox One. Eine Portierung für Stadia folgte später im Jahr, am 19. November 2019. Am 22. März 2022 – fast drei Jahre nach der Veröffentlichung des Spiels – wurde ein Patch für die PC-Version veröffentlicht, der unter anderem den Kopierschutz Denuvo Anti-Tamper entfernte sowie kleinere Änderungen vornahm.
Zur Bewerbung des Spiels produzierte McFarlane Toys außerdem eine Reihe von Actionfiguren.
Die physische Version von Mortal Kombat 11: Aftermath, die im Juni 2020 veröffentlicht wurde, war das letzte Spiel, das unter dem Label WB Games erschien. Dies geschah nach dem Unternehmens-Rebranding von Warner Bros. Games im Jahr 2019. Mortal Kombat 11 Ultimate, das im selben Jahr wie die Aftermath-Erweiterung veröffentlicht wurde, erschien dagegen bereits unter dem neuen Label Warner Bros. Games und verwendete das von Pentagram entworfene Schild-Logo, das erstmals 2019 eingeführt wurde. Damit wurde das seit 2010 genutzte WB-Games-Logo ersetzt.
Erweiterung
Am 26. Mai 2020 erschien die Erweiterung Mortal Kombat 11: Aftermath. Sie enthält einen zusätzlichen Story-Modus, drei neue Charaktere, neue Arenen sowie die Rückkehr der Stage Fatalities und des Friendship-Finishing-Moves.
Charaktere
Neben Serienveteranen wie Kano, Raiden, Scorpion, Sonya Blade und Sub-Zero sowie anderen Figuren wie Skarlet, die aus dem Reboot von 2011 zurückkehrt, wurden vier neue Kämpfer eingeführt, von denen drei spielbar sind.
Zunächst dient Kronika als erster weiblicher Bosscharakter der Reihe. Sie besitzt die Macht über den Fluss der Zeit und überwacht seit Beginn der Ereignisse die verschiedenen Zeitlinien innerhalb der gesamten Mortal-Kombat-Story. Sie gehört jedoch nicht zu den spielbaren Charakteren.
Zu den neuen spielbaren Kämpfern gehören außerdem Geras, eine von Kronika erschaffene Konstruktion, die wie sie selbst die Zeit kontrollieren und sandbasierte Angriffe einsetzen kann; Cetrion, eine Ältere Göttin, Schwester von Shinnok und Tochter von Kronika, die elementare Kräfte beherrscht; sowie Kollector, ein sechsarmiger Naknadan, der als Tribut-Eintreiber für das Outworld-Imperium dient.
Zu den nicht spielbaren Charakteren im Spiel gehören Shinnok, der im Intro des Story-Modus sowie in einer der Arenen erscheint (wenn auch nur sein Kopf); Sektor und Cyrax, die ebenfalls im Story-Modus als NPC-Gegner auftreten; sowie Ermac, Reptile und Smoke, die im Gameplay als Teil von Shang Tsungs Moveset erscheinen, ebenso wie in einer von Rains Fatalities. Außerdem taucht Kintaro in einer von Shang Tsungs Fatalities auf.
Rezeption
Mortal Kombat 11 erhielt laut der Bewertungsplattform Metacritic überwiegend positive Kritiken.
Nach der Veröffentlichung erhielt Mortal Kombat 11 auf den Konsolen überwiegend positive Kritiken. Gelobt wurden vor allem das Gameplay, die Story, die Grafik sowie der verbesserte Netcode. Kritik gab es hingegen an den Mikrotransaktionen und dem starken Grind-Faktor im Spiel.
PCGames lobte unter anderem das eingängige Kampfsystem, während es die zufallsmäßige Freischaltung der Objekte kritisierte und vergab eine Wertung von 8.0 von 10.
Gamestar lobte unter anderem die ausführlichen Trainingsmodi und die Tiefe des Gameplays, während es den fehlenden Mortal-Kombat-Comic Charme bemängelte. Es vergab eine Wertung von 88 von 100.
4Players kam zum Fazit, dass Mortal Kombat 11 zwar „ein sehr gutes, aber kein herausragendes Prügelspiel“ sei. Gelobt wurden unter anderem die herrlich übertriebene Gewalt und filmreif inszenierte Story, während Netcode und Grind kritisiert wurden.
IGN lobte das im Vergleich zum Vorgänger langsamere Kampftempo, das erweiterte Tutorial, den Story-Modus sowie den verbesserten Netcode. Kritisiert wurden jedoch das langwierige Fortschrittssystem und die Freischaltung von Anpassungsinhalten, die als „frustrierend gimmickhaft und grindlastig“ beschrieben wurden.
GameSpot bewertete das Spiel mit 9 von 10 Punkten und hob besonders das Kampfsystem hervor, das als „zugänglich, tiefgründig und spannend“ bezeichnet wurde. Ebenfalls gelobt wurde der Story-Modus. Kritik gab es hingegen an der ständigen Online-Verbindung für den Spielfortschritt sowie an den zufallsbasierten Belohnungen in der Krypta.
Die Nintendo-Switch-Version von Mortal Kombat 11 wurde ebenfalls positiv aufgenommen.
Pure Nintendo vergab eine Wertung von 9 Punkten und lobte insbesondere den Story-Modus, die Anpassungsmöglichkeiten sowie die Tutorials des Spiels. Gleichzeitig wurde jedoch angemerkt, dass die Online-Funktionen die Schwachstelle der Nintendo-Switch-Version seien.
Nintendo Life bewertete das Spiel mit 8 von 10 Punkten und hob den großen Funktionsumfang hervor. Kritisiert wurde allerdings die Grafik. Laut dem Testbericht handle es sich um ein „Performance-zuerst“-Erlebnis, das stabile 60 Bilder pro Sekunde liefere und sämtliche Modi sowie Mechaniken der anderen Versionen enthalte, jedoch mit deutlich schwächerer visueller Qualität.
Verkäufe
Bis 2022 hatte sich das Spiel weltweit mehr als 15 Millionen Mal verkauft und war damit das meistverkaufte Spiel der Mortal-Kombat-Reihe.
Quellen und Überprüfung
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Aktualisierung des Quelltextes: 2026-05-17