Lionheart: Legacy of the Crusader ist ein 2003 erschienenes Computer-Rollenspiel des US-amerikanischen Entwicklers Reflexive Entertainment in Zusammenarbeit mit Black Isle Studios. Es spielt in einem Parallelwelt-Szenario der renaissancezeitlichen Erde.
Handlung
Man startet in einer Sklavengrube, aus welcher man von Leonardo da Vinci gerettet wird. Er bringt einen nach Barcelona, wo man sich einer der vier Fraktionen anschließen kann: Den Inquisitoren, den Tempelrittern, den Magiern oder den Schwarzmagiern. Von Barcelona aus kämpft man sich westwärts nach Spanien hinein, bis man die Aufgabe bekommt, die heiligen Reliquien Europas zu schützen, welche von eigenartigen Schlangengestalten aus dem Osten entwendet worden sind.
Man trifft in dem Spiel auf viele historische Persönlichkeiten, darunter Galileo Galilei, Marco Polo, Jeanne d’Arc, William Shakespeare oder Miguel de Cervantes. Im Verlauf der Handlung stellt sich heraus, dass der Spielercharakter selbst Nachfahre des Königs Richard Löwenherz ist. Dieser hatte in einem Kreuzzug im zwölften Jahrhundert die sogenannte 'Spaltung' hervorgerufen, als er 3000 gefangene Araber hinrichten ließ. Diese Massenhinrichtung wurde dazu missbraucht, ein Ritual durchzuführen, welches einen Riss zwischen den Dimensionen hervorrief. Durch diesen Riss drang Magie als auch etliche Ungeheuer in die Welt ein. Richard tat sich mit seinem Feind Saladin zusammen und konnte die Monster zurückdrängen und den Riss wieder schließen. Trotzdem wurde die Welt durch dieses Ereignis nachhaltig verändert, da u. a. nun Magie und neue Rassen in der Welt existierten.
Der Charakter muss in dieser Welt voller Vorurteile und Gewalt anfangs bestehen. Im späteren Verlauf der Handlung wird er maßgeblich daran beteiligt sein, zu verhindern, den Dimensionsriss erneut und permanent zu öffnen.
Spielprinzip
In Lionheart bewegt der Spieler seinen Charakter durch eine abwechslungsreiche Spielwelt. Man findet sich während des Spiels in Spanien, Frankreich, England und Persien wieder. Anfangs wird mit Fallout ähnlichen Regeln ein Charakter erschaffen, wobei man zwischen vier Rassen (Mensch, Wilder, Dämonischer und Sylvaner) und drei Geistern (Elementar-, Tier- und Dämonengeist), die einen begleiten, wählen und kombinieren kann. Des Weiteren gibt es verschiedene Attribute (Kraft, Zähigkeit, Beobachtungsgabe, Ausstrahlung, Klugheit, Gewandtheit und Glück), auf die man Punkte verteilen kann, wobei es von Rasse zu Rasse andere Einschränkungen gibt. Nun gibt es noch die Möglichkeit, sich bevorzugte Fähigkeiten herauszusuchen, die später effizienter mit dem Fallout-System zu verbessern sind.
Zudem kann jeder Spieler noch bis zu zwei Eigenschaften wählen, die sowohl positive wie auch negative Folgen haben. Der Charakter kann, wenn er genügend Erfahrungspunkte durch Kämpfe, Unterhaltungen oder Quests, d. h. Aufgaben, die der Spielercharakter erledigen muss, durch Stufenaufstiege neue Begabungen freischalten, die den Charakter verbessern sowie neue Fähigkeitspunkte erringen. Diese steigern die magischen und die körperlichen Fähigkeiten.
Rezeption
Lionheart erhielt gemischte Bewertungen (Metacritic: 57 von 100). Im Fazit von PC Games wurde der Schluss gezogen, dass das Spiel im Schatten von Baldur’s Gate 2 stehe und weit von dessen Genialität entfernt sei. Trotz Designschwächen handle es sich allerdings nicht um ein schlechtes Spiel. Quests, Dialoge und das aus Fallout übernommene Fähigkeitensystem wurden gelobt.
Das Onlinemagazin 4Players sieht in Lionheart mindestens so viel Potenzial wie in Arcanum, nach dem Einstieg verkomme es aber zum Diablo-Klon. Kritisiert wurden Bugs, Animationen und das Kampfsystem.
Quellen und Überprüfung
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Aktualisierung des Quelltextes: 2026-03-07