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Baldur’s Gate: Enhanced Edition

Die Baldur’s Gate: Enhanced Edition ist eine überarbeitete und mit neuen Inhalten erweiterte Fassung von Baldur’s Gate einschließlich der Erweiterung Legenden der Schwertküste. Hauptmerkmal neben der Zusammenfassung der ursprünglich separaten Veröffentlichungen ist die Portierung des Spiels auf das fortgeschrittenere technische Gerüst von Baldur’s Gate II und die Anpassung für neuere Betriebssysteme sowie eine Version für Geräte mit Touchsteuerung (Tablet-PCs). Entwickelt wurde sie von Overhaul Games, einem Team ehemaliger BioWare-Mitarbeiter. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 28. November 2012 für Windows über den Online-Anbieter Beamdog, dem Unternehmen hinter Overhaul Games. Seitdem folgten Versionen für iOS, Ubuntu, SteamOS und macOS. Eine Fassung für Android erschien im Frühjahr 2014. Im Oktober 2019 erschien dieser Titel auch für PS4, Xbox One und Nintendo Switch. Später erschien mit Siege of Dragonspear noch eine exklusive Erweiterung für die Enhanced Edition.

Veränderungen

Die Enhanced-Edition beinhaltet neben dem Hauptspiel bereits das Add-on Legenden der Schwertküste. Weiterhin brachte Overhaul die zugrunde liegende Infinity-Engine auf den letzten technischen Stand von Thron des Bhaal, dem Add-on zu Baldur’s Gate II. Das brachte einige grafische Updates und übertrug gleichzeitig das Regelwerk und die erweiterten Charaktererstellungsmöglichkeiten (zusätzliche Klassen, Klassenkits) des Nachfolgertitels auf den ersten Teil.

Neu hinzugefügt wurden drei mit Sprachausgabe versehene Begleitcharaktere, darunter eine Romanzenoption, die jeweils eine eigene Questreihe mit sich bringen, die den Spieler in neue Spielgebiete führen. Über das Hauptmenü erreicht der Spieler zudem „Die Schwarzen Gruben“ (engl.: The Black Pits), eine vom Hauptspiel losgelöste Kampfarena, in der eine sechsköpfige Heldengruppe erstellt werden kann. Diese tritt in insgesamt 15 Runden gegen verschiedene Gegner an, um so zum Champion der Kampfarena aufzusteigen.

Komplett überarbeitet wurden die gerenderten Zwischensequenzen. Sie wurden ersetzt durch animierte Zeichnungen. Der Änderung fiel auch das ursprünglich im Intro verwendete Nietzsche-Zitat „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“ zum Opfer. Die Benutzeroberfläche wurde im Detail für die Verwendung unter höherer Bildschirmauflösung optimiert, eine Zoomfunktion eingefügt und beispielsweise die Darstellung der Auftragsliste im Tagebuch überarbeitet. Im Entwicklungsverlauf wurden nach Angaben des Entwicklers dazu mehr als 400 Programmierfehler des Originals behoben.

Entwicklung

Das Projekt kam auf Initiative Beamdogs, Betreiber einer gleichnamigen Online-Vertriebsplattform für Computerspiele, zustande. Beamdog und dessen Entwicklungsabteilung mit dem Namen Overhaul Games wurde von ehemaligen BioWare-Mitarbeitern um Trent Oster gegründet, die an den Originaltiteln des Spieles gearbeitet hatten. Ursprüngliches Ziel der Entwickler war die Erstellung einer HD-Version mit Hilfe der ursprünglichen Artworks und die Portierung des Spiels auf Tablets. Nachdem bereits alle Verträge, u. a. mit Namensrechte-Inhaber Atari, abgeschlossen waren, stellte sich jedoch beim Sichten der Materialien von BioWare heraus, dass sämtliche Artworks verschollen waren. Dies nahm Overhaul jede Möglichkeit, die Karten des Spiels mit einer höheren Auflösung neu zu rendern und somit eine HD-Fassung zu erstellen. Um das Projekt dennoch weiterführen zu können, entwickelte Overhaul das Enhanced-Konzept, durch Verbesserung und Erweiterung des ursprünglichen Spiels ein Verkaufsargument zu schaffen.

Rezeption

Das Spiel erhielt gute, im Vergleich zum Vorgängertitel jedoch deutlich niedrigere Wertungen, insbesondere für die iOS-Version. Weitgehende Einigkeit bestand über die Qualität des ursprünglichen Spiels, das von den meisten Testern auf allen Plattformen positiv bewertet wurde. Kritisiert wurden dagegen hauptsächlich die Anpassungsarbeiten und Ergänzungen von Overhaul Games, insbesondere die Umsetzung für Tablet-PC.

Die Touchsteuerung für Tablets scheitere demnach an der mangelhaften Präzision, die selbst einfachste Aktionen wie das Durchqueren einer Tür zu einer mühseligen Angelegenheit mache. Auch fehle die Möglichkeit, wie am PC mit Hilfe des Mauszeigers Interaktionsobjekte aufzuspüren. Ziehe man den Nostalgiebonus ab, merke man dem Spiel aufgrund der zahlreichen Mängel an, dass es nicht für Tablets entwickelt worden wäre.

Etwas bessere Bewertungen erhielt die Windows-Fassung. Als angenehm bewertet wurde die Anpassung des Spiels und des Interfaces an höhere Bildschirmauflösungen sowie die kleineren Anpassungen der Benutzeroberfläche, etwa des Tagebuchs, das übersichtlicher geworden sei. Auch die Qualität der neuen Inhalte wurde weitgehend positiv bewertet. Allerdings gab es im Detail Kritik. Die neuen Quests und Partyinteraktionen seien vergleichsweise kurz, die neuen Gebiete mitunter detailarm.

Vergleichsweise negativ fiel das Urteil der PC Games aus. Die Hintergründe seien wegen der Hochskalierung auf 1920×1080 px matschig und die Figuren pixelig. Das sei umso auffälliger, wenn man die neu implementierte Zoomoption nutzt. Die meisten Neuerungen ließen sich zudem mit Hilfe kostenloser Modifikationen bereits für die ursprüngliche Spielversionen einrichten, die für den PC in der Neuanschaffung gemeinsam wesentlich günstiger seien. Da die neuen Begleiter die einzigen Charaktere mit Sprachausgabe sind, stächen diese aus dem Pool der restlichen Begleiter deutlich heraus. An der neu hinzugefügten Arena bemängelte der Tester Peter Bathge, dass sie nicht in das Spiel eingebunden ist und die Stärken des Hauptspiels nicht widerspiegele. Die Technik und Ausstattung bezeichnete Bathge als schlampig.

In der Releasefassung gäbe es immer noch zahlreiche Programmfehler und die deutsche Sprachausgabe und die versprochene Lobby für Online-Spiele seien nicht enthalten, sondern sollten nun erst per Patch nachgereicht werden. In einem Fazit betonte Batge jedoch, dass sich die Spielwertung von 69 % auf die Eigenheiten der Enhanced-Fassung beziehe, während das zugrunde liegende Spiel auch weiterhin „eine Klasse für sich“ sei.

Andere Tester wiederum lobten die Arena und die taktische Herausforderung der Kämpfe als willkommene Ergänzung und bewerteten die Vielzahl an kleinen Überarbeitungen sowie 400 Fehlerbehebungen am Original generell positiv, auch wenn sie nicht in jedem Fall gelungen sei.

Spielejournalist Jörg Langer kritisierte die Enhanced Edition für ihre „nicht zu Ende gedachten“ technischen Änderungen. Im Onlinemagazin GamersGlobal kritisierte er die umständliche Handhabung auf dem iPad, veraltete Effekte sowie Programmfehler und Abstürze.

Verkaufsstopp

Im Juni 2013 gab Beamdog überraschend einen Verkaufsstopp für die Enhanced Edition auf der Beamdog-Website und im Apple Appstore sowie die vorläufige Einstellung der Entwicklungsarbeiten an der Baldur’s Gate II: Enhanced Edition bekannt. Hintergrund waren vertragliche Auseinandersetzungen mit dem Inhaber der Namensrechte, Atari, der sich zu diesem Zeitpunkt in einem Insolvenzverfahren befand. Der Verkauf über Steam, der von Atari kontrolliert wurde, blieb davon unberührt. Nach dem Abschluss einer Versteigerung von Atari-Markenrechten im Juli 2013 gab Beamdog im August 2013 die Wiederveröffentlichung der Enhanced Edition auf der Firmenwebsite und im Appstore sowie die Fortführung der Arbeiten an der Baldur’s Gate II: Enhanced Edition bekannt.

Quellen und Überprüfung

Angepasst von Wikipedia. Der Text gehört den Autoren des Originalartikels und ist unter einer CC BY-SA 4.0-Lizenz verfügbar. Tabellen, Vorlagen und Fußnoten entfernt; Unten finden Sie Links zur Originalversion und zum Revisionsverlauf.

Aktualisierung des Quelltextes: 2026-08-13

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