Pathways ist ein webbasiertes Lernspiel, das 2025 von der britischen Organisation Shout Out UK (SOUK) veröffentlicht wurde. Es zielt darauf ab, Schüler vor Extremismus zu warnen und betont dabei insbesondere den „Prevent“-Teil der britischen CONTEST-Anti-Terror-Strategie der Regierung.
Entwickler und Veröffentlichung
Das Spiel wurde von Shout Out UK in Zusammenarbeit mit dem East Riding of Yorkshire Council und dem Hull City Council entwickelt. Es ist als kostenloses Lernpaket unter dem Namen „Pathways Learning Package“ vermarktet und trägt den Untertitel „Navigating Gaming, The Internet & Extremism“.
Handlung
Der Spieler steuert einen männlichen oder weiblichen Protagonisten namens Charlie. In verschiedenen Szenarien muss der Spieler Entscheidungen treffen, wie Charlie auf Situationen reagiert. In manchen Levels wird Charlie von seiner Mitschülerin Amelia umworben – einer nationalistischen Teenagerin aus Bridlington mit lila Haaren, die als Beispiel für mögliche Radikalisierung dient.
Rezeption und Kontroverse
Pathways geriet Anfang 2026 in Großbritannien in die Schlagzeilen und löste eine erhebliche Kontroverse aus. Medien kritisierten das Spiel als „ungeschickt“, „manipulativ“ und „Propaganda“. Hauptkritikpunkt war die Aufforderung an Spieler, Figuren bei Behörden zu melden, wenn diese „rechtsextreme“ Ansichten (z. B. Kritik an Einwanderungspolitik) äußern.
Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt die Figur Amelia. Ursprünglich als negative, warnende Figur konzipiert, wurde sie von der britischen Online-Rechten ironisch und positiv rezipiert.
Euronews berichtete, dass Varianten der Figur für andere europäische Nationalitäten erstellt wurden. Während die meisten Memes harmlos seien, würden extremere Versionen in Nischen-Communities (z. B. auf Telegram) kursieren.
Matteo Bergamini von Shout Out UK verteidigte das Spiel mit der Aussage, es sei nie zur alleinigen Nutzung gedacht gewesen, sondern als Teil eines umfassenderen Lehrmaterial-Pakets. Die Kritik beruhe auf einer Fehldarstellung; das Spiel sage nicht direkt, dass das Hinterfragen von Masseneinwanderung falsch sei. Er betonte außerdem positive Rückmeldungen aus Schulen.
Das Spiel wurde Anfang 2026 nach der Kontroverse offline genommen, einige Monate später aber wieder unverändert online gestellt.
Quellen und Überprüfung
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Aktualisierung des Quelltextes: 2026-06-29