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Taz Express

Taz Express ist ein Jump-’n’-Run-Videospiel, das von Zed Two für das Nintendo 64 entwickelt und von Infogrames im Jahr 2000 in Europa und Australien veröffentlicht wurde.

Es ist das erste 64-Bit-Abenteuer mit dem Tasmanischen Teufel namens Taz aus der beliebten Zeichentrickserie Looney Tunes. Der Spieler übernimmt die Rolle von Taz, der in seinem neuen Job als Kurierfahrer eine wichtige und zerbrechliche Holzkiste unversehrt an ihr Ziel bringen muss.

Das Spiel wurde aufgrund der schlechten Verkaufszahlen in Europa und Australien nicht in Nordamerika veröffentlicht. Es handelt sich bei Taz Express somit um einen der wenigen N64-Titel, die ausschließlich in der PAL-Region erschienen sind.

Handlung

She-Devil, die Ehefrau von Taz, ist es leid, Taz nur zu Hause herumhängen und fernsehen zu sehen. Sie beschließt, dass Taz sich einen Job suchen muss. Sie findet den perfekten für ihn – als Kurier für den Lieferservice "Taz Express".

Spielprinzip

Im Spiel steuert der Spieler den Taz und muss Kisten an verschiedene Orte im Spiel liefern. Die Kiste muss bis zum Ziel unversehrt bleiben. Der Spieler beginnt mit drei Leben, die wie Kisten geformt sind. Wenn die Kiste durch Fallenlassen, durch Taz Wirbel oder den Fall ins Wasser zerstört wird, verliert der Spieler ein Leben. Wenn der Spieler alle drei Leben verliert, ist das Spiel vorbei. Sammelt der Spieler alle fünfzig Spielmarken in jedem Level, erhält er am Ende des Levels ein Extraleben für eine Kiste. Am Anfang des Levels hat Taz volle Energie, was ihm erlaubt, schneller zu rennen; wenig Energie führt dazu, dass Taz langsamer wird. Wird er von Autos oder Lasern getroffen oder fällt er in Wasser, Löcher, auf den Boden oder anderes, verliert er einen Gesundheitspunkt. Seine Wirbelfähigkeit kann nur aktiviert werden, wenn Taz' Laufleiste voll ist; ist die Leiste zu niedrig, kann er nicht wirbeln.

Die Levels bestehen aus einer Mischung aus Springen, Schalter- und Schlüsselrätseln sowie dem Einsatz des Wirbels zum Zerstören von Hindernissen. Im Spiel trifft Taz auch auf diverse Gegner, die typische Looney-Tunes-Charaktere wie Wile E. Coyote und Yosemite Sam sind.

Entwicklung

Infogrames verfolgte die Absicht, eine Reihe von Spielen basierend auf der Looney-Tunes-Lizenz für das Nintendo 64 zu veröffentlichen. Das Unternehmen arbeitete an mehreren Titeln gleichzeitig. Während die Entwicklung von Taz Express und Duck Dodgers planmäßig abgeschlossen wurde, musste ein geplantes Rennspiel namens Space Race, das von New Wave USA entwickelt wurde, eingestellt werden.

Taz Express wurde von Zed Two, einem Entwicklerstudio aus England, entwickelt. Zed Two war zuvor für die Entwicklung des Nintendo-64-Spiels Wetrix verantwortlich. Das Spiel wurde ursprünglich als Vampire Circus entwickelt, einem recht ambitionierten isometrischen 3D-Hack-and-Slash-Spiel. Schließlich schlossen sie einen Vertrag mit Ocean Software ab (kurz bevor Ocean von Infogrames übernommen wurde), das sich bereit erklärte, sowohl Wetrix als auch Vampire Circus zu veröffentlichen. Ocean stellte jedoch die Bedingung, dass Letzteres in ein Lizenzspiel umgewandelt würde, das auf Taz von den Looney Tunes basiert. Taz Express wurde kurz auf der E3 1998 in einem Video gezeigt, hatte aber auf der E3 des folgenden Jahres eine längere Präsentation. Es sollte Ende 1999 veröffentlicht werden, wurde aber zusammen mit Duck Dodgers auf Februar 2000 verschoben.

Im Juni 1999 hatte IGN die Möglichkeit, eine Vorabversion des Spiels zu testen. Laut IGN schien das Spiel in dieser frühen Phase ein vielversprechender Titel zu sein, der eine gelungene Mischung aus guter Technik und originalgetreuem Lizenz-Gameplay bot.

Im Januar 2000 gab der Lead Artist, Ste Pickford, vom Entwickler Zed Two bekannt, dass das Spiel nahezu fertiggestellt sei. Laut Angaben von Pickford nutzt das Spiel Zed Twos eigene, einzigartige 3D-Engine, die eine Weiterentwicklung der Engine des Vorgängerspiels Wetrix ist. Diese Engine ermöglicht eine besonders klare und scharfe Optik im Vergleich zu vielen anderen N64-Spielen, da sie eine hohe Anzahl an Polygonen verarbeitet und dadurch verschwommene Texturen minimiert. Das Spiel soll nahezu konstant mit 30 Bildern pro Sekunde laufen.

Das Spiel wurde schließlich im August in Europa und Australien veröffentlicht. Die ursprünglich für Oktober 2000 geplante Veröffentlichung in Nordamerika wurde letztendlich nach schlechten Verkaufszahlen des Spiels in Europa und Australien abgesagt.

Rezeption

Das Spiel erhielt teils sehr unterschiedliches Feedback von Kritikern. Einige Rezensionen fielen sehr positiv aus wie die 85 % vom Official Nintendo Magazine, während andere Rezensionen, wie die Bewertung von 27 % vom N64 Magazine und die Kritik von 5 % von Consoles+, weitaus weniger positiv waren.

André Horn von der Spielezeitschrift N-Zone vergab eine Wertung von 76 %. Obwohl die Grafik des Spiels „nicht besonders viel her“ mache und „etwas karg“ aussehe, bescheinigte er dem Titel eine gute Spielbarkeit. Das absolute Highlight des Spiels sei der Sound: „Die abgefahrenen Laute, die der Anti-Held auf seiner Reise fortwährend ausstößt, sorgen für Stimmung.“ Der Sound habe „für sich einen Hit verdient“. Obwohl sich das restliche Spiel auf keinem so hohen Niveau bewege, lobte er die Puzzle-Elemente: Die Rätsel seien „ziemlich clever und niemals unfair oder unlogisch“. Man müsse den „gefräßigen Rüpel einfach gern haben“, wenn er „mit einem satten ‚Ham‘ die nächste Pizza verschlingt“. Trotz der mittelmäßigen visuellen Präsentation sei das Spiel für Fans der Looney Tunes ohnehin ein Pflichtkauf.

Auch Big.N war positiv von Taz Express überrascht und vergab eine Wertung von 75 %. Trotz einiger positiver Aspekte, wie dem „typischen Charme der Tunes-Bande“, der schicken Grafik und dem insgesamt guten musikalischen Eindruck, litt Taz Express unter mehreren Mängeln. Insbesondere die Kameraführung wurde bemängelt, da sie „zum Teil spielspaßtilgend“ war und eine fehlende Vertikalsteuerung bemängelt wurde. Weitere Kritikpunkte waren das „penetrante Gejaule und Gewasweißich unseres Tasmaniers“ und das Fehlen spielerischer Variationen im Vergleich zu Genre-Konkurrenten. Abschließend wurde festgehalten, dass Taz Express „im Donkey Kong 64-Zeitalter kein neuer Meilenstein ist“, aber dennoch für „Freunde des Zeichentrickhelden einen Kauf wert“ sei.

Man!ac vergab lediglich eine Wertung von 53 %. Trotz der thematischen Abwechslung kommt die Redaktion zu einem klaren, negativen Urteil: Das Spiel sei ein „spielerisch und technisch maues Hüpfabenteuer von der Stange“. Moniert wurden insbesondere die „träge Steuerung“ und „nervige Kameraprobleme“, die „eher Frust als Lust“ erzeugen. Das Fazit lautet: „nur eiserne Taz-Fans greifen zu.“

Quellen und Überprüfung

Angepasst von Wikipedia. Der Text gehört den Autoren des Originalartikels und ist unter einer CC BY-SA 4.0-Lizenz verfügbar. Tabellen, Vorlagen und Fußnoten entfernt; Unten finden Sie Links zur Originalversion und zum Revisionsverlauf.

Aktualisierung des Quelltextes: 2026-01-04

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