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Game & Wario

Game & Wario (jap.: ゲーム&ワリオ, Hepburn: Gēmu ando Wario) ist ein Partyspiel der WarioWare-Spieleserie, das von Nintendo SPD sowie Intelligent Systems entwickelt und von Nintendo erstmals am 28. März 2013 in Japan für die Wii U veröffentlicht wurde.

Der Name des Spiels ist eine Anspielung auf die Handheld-LCD-Spieleserie Game & Watch. Die Handlung dreht sich um Wario und seine Freunde, die eine neu veröffentlichte Videospielkonsole mit zwei separaten Bildschirmen nutzen, um aus finanziellen Interessen eigene Spiele zu entwickeln. Zentrales Spielelement sind 16 Minispiele, die ausschließlich das Wii U GamePad und dessen Funktionen nutzen. Die Mehrheit dieser Minispiele ist für Einzelspieler konzipiert, während vier speziell und ausschließlich für den Mehrspieler-Modus für bis zu fünf Personen entwickelt wurden. Durch erfolgreiches Spielen lassen sich weitere Modi und Sammelobjekte freischalten.

Es ist der achte reguläre Teil der Serie, der Nachfolger von WarioWare: Do It Yourself (2009) und der Vorgänger von WarioWare Gold (2018).

Handlung

Die Handlung dreht sich um Wario, der von einer neu veröffentlichten Videospielkonsole erfährt, die über einen zweiten Bildschirm verfügt. Fasziniert von dieser Technik und vor allem von der Aussicht, durch den Verkauf von Spielen für dieses System ein großes Vermögen zu machen, beginnt er sofort mit der Entwicklung einer eigenen Konsole und eigener Spiele. Seine Freunde aus Diamant City schließen sich dem Vorhaben an und entwerfen ebenfalls eigene, individuelle Spiele, um an dem erhofften finanziellen Erfolg teilzuhaben.

Am Ende ist das Spiel „Pirates“ von Käpt'n Wario der ersehnte kommerzielle Erfolg und es wird live im Fernsehen darüber berichtet. Doch die anwesende, große Fangemeinde des Spiels ist so ekstatisch, dass sie vor lauter Spielen mit ihren Wii U GamePads Käpt'n Wario versehentlich im hohen Bogen in die „Disco Zucker“ katapultieren, wo sich Jimmy T. und alle anderen Charaktere befinden, zusammen tanzen und ihre selbst erstellten Videospiele spielen.

Gameplay

Im Gegensatz zu den traditionellen Spielen der WarioWare-Reihe, die aus rasanten und extrem kurzen „Microgames“ bestehen, ist Game & Wario ein Partyspiel, das aus einer Sammlung von 16 längeren Minispielen besteht. Von diesen 16 Spielen sind zehn rein für den Einzelspieler konzipiert, zwei erlauben das Spielen zu zweit und vier sind reine Mehrspieler-Titel für bis zu fünf Personen.

Alle Spiele werden ausschließlich mit dem Wii U GamePad gesteuert, Wii-Fernbedienungen kommen nicht zum Einsatz. Das Spielprinzip basiert stark auf den einzigartigen, asymmetrischen Eigenschaften des GamePads. Der integrierte Bildschirm wird genutzt, um völlig andere Perspektiven, geheime Informationen oder Bewegungssteuerungen anzubieten, während oft zeitgleich der Fernseher im Blick behalten werden muss. Durch das erfolgreiche Abschließen von Minispielen wird der weitere Fortschritt im Spiel erzielt, wodurch schrittweise neue Minispiele sowie zusätzliche Spielmodi und Schwierigkeitsgrade freigeschaltet werden.

Einzelspieler

Als Wario eine Maus, welche eine von Warios Erdbeeren gestohlen hat und damit davonrennt, mit Pfeil und Bogen verfolgt, kommt ihm die Inspiration für sein Spiel „Arrow“: Ein Schieß-Minispiel, bei dem der Spieler Pfeil und Bogen nutzt, um Mecha-Wario-Schergen auf dem Fernseher abzuschießen. Das Wii U GamePad wird dabei vertikal gehalten und auf den Fernsehbildschirm gerichtet, über den Touchscreen wird der Pfeil gespannt und abgefeuert. Erreichen die Feinde den Bildschirm des Fernsehers, tauchen sie auf dem Touchscreen des GamePads auf, wo der Spieler sie antippen muss, um sie verschwinden zu lassen. Das Spiel umfasst auch einen Boss namens ProtoPanzer. Durch Antippen der Nase auf dem Pfeil lassen sich zudem Pfefferstreuer abfeuern, die eine größere Wirkung als reguläre Pfeile haben.

Eine junge Frau, welche diesmal unter Joe als Fotografin arbeitet, um gesuchte Personen aufzuspüren, zu fotografieren und dabei hilft, Verbrechen aufzuklären. Der Spieler muss in verschiedenen Umgebungen (abhängig vom Level) nach versteckten Personen suchen. Das GamePad wird wie eine Kamera vor den Fernseher gehalten. Wurde eine versteckte Person fotografiert, muss das GamePad nach unten geneigt werden, um das Bild an den Zeitungsredakteur Joe zu senden. Dieser bewertet das Foto und gibt dem Spieler Feedback, ob und wie er sich verbessern muss. Um eine höhere Punktzahl zu erzielen, können mehrere Bilder geschossen werden, jedoch ist die Anzahl der Versuche begrenzt. Für Bonuspunkte lassen sich zudem seltene Kreaturen, die Fronks, fotografieren.

Ein selbstverliebter Tänzer mit großen, blauen Afrolook und starkem Bezug zur Disco- und Popkultur sowie Stammkunde der „Disco Zucker“ in Diamant City. Diesmal ist Jimmy T. auf der Skipiste unterwegs, wo er von einer Vielzahl von Groupies verfolgt wird. Man spielt also ein Ski-Spiel, bei dem Jimmy T. einen Berg hinabfahren muss, um die Ziellinie zu erreichen. Der Spieler steuert Jimmy, indem er das GamePad vertikal hält und es physisch nach links oder rechts neigt. Es tauchen sowohl Hindernisse wie Abgründe, aber auch Beschleunigsstreifen auf der Strecke auf. Dabei verliert Jimmy T., oftmals seinen Afro für einen Moment, womit erstmals ersichtlich wird, dass es sich hierbei um eine Perücke handelt.

Zwei junge Ninja-Schülerinnen, welche sich diesmal mit Schneidern von Stoffen beschäftigen. Es handelt sich hierbei um ein Puzzle-Minispiel, bei dem der Spieler Stoffflicken (Patches) so auf einem virtuellen Tuch platzieren muss, dass sie am Ende die vorgegebene Form eines bestimmten Objekts exakt ausfüllen. Bei späteren, schwierigeren Formen können Hinweise eingeholt oder es kann überprüft werden, ob ein bereits gelegter Flicken an der richtigen oder falschen Stelle platziert wurde.

Der junge Kampfsportschüler Young Cricket mit seinem Lehrer Master Mantis. Ein Plattform-Spiel, das eine asymmetrische Perspektive nutzt. Young Cricket springt nach jeder Landung automatisch in die Luft. Der Spieler muss das waagerecht gehaltene GamePad neigen, um die Spielfigur im freien Fall punktgenau über die nächsten Plattformen zu manövrieren. Mit den Tasten ZL und ZR führt Cricket eine schnelle Stampfattacke aus, um sofort zu landen. Im Modus „Fünf Prüfungen“ mit fünf verschiedenen Leveln lässt sich durch das Einsammeln von Teigtaschen das knappe Zeitlimit um jeweils fünf Sekunden verlängern, durch alle drei Schriftrollen in einem Level erhält man 20 Sekunden zusätzliche Zeit hinzu. Im Modus „Festessen“ ist der Level endlos, ohne Schriftrollen, aber der Wert an Teigtaschen steigt mit der Zeit.

Zwei begeisterte Videospiel-Fans und beste Freunde. In der Story müssen die beiden Vielspieler feststellen, dass, als sie mit Hausaufgaben beschäftigt waren, 9-Volts Mutter 5-Volt den Highscore in ihrem Lieblings-Videospiel um Längen übertroffen hat. Dieses Minispiel fängt das klassische WarioWare-Gefühl ein. Der Spieler absolviert rasante, klassische Microgames, die meist stark auf das originale WarioWare, Inc.: Minigame Mania basieren, mit Fokus auf Reflexe und spontane Reaktionen, die in schneller Folge ablaufen. Zu Beginn jedes Microgames wird dem Spieler ein kurzes Hinweiswort oder eine einfache Anweisung eingeblendet, das bzw. die den Zweck des nächsten Spiels umreißt. Dann hat man nur wenige Sekunden Zeit, die Aufgabe zu verstehen und korrekt umzusetzen.

Jedes Microgame dauert in der Regel nur wenige Sekunden und fordert den Spieler auf, eine sehr einfache Aufgabe zu erfüllen, bevor die Zeit abläuft oder das nächste Microgame beginnt. Die Steuerung ist bewusst einfach gehalten und nutzt überwiegend das Steuerkreuz zur Ausrichtung sowie eine Taste (typischerweise A) zur Interaktion, um den jeweiligen Microgame-Befehl auszuführen. Im Modus als 18-Volt kann man sich dabei ganz auf die Microgames konzentrieren. Der Modus als 9-Volt, in dem dieser zur Schlafenszeit heimlich im Bett weiterspielen möchte, enthält zusätzliche Herausforderungen: Neben den Microgames auf dem Gamepad, muss gleichzeitig der Fernsehbildschirm streng im Auge behalten werden. Dort patrouilliert 9-Volts Mutter, 5-Volt, im Hintergrund oder schaut durch das Fenster.

Nähert sie sich, muss der Spieler sofort die Tasten ZL und ZR gedrückt halten, um das Spiel zu pausieren, die Konsole zu verstecken und sich schlafend zu stellen. Hält sich 9-Volt jedoch zu lange versteckt, leert sich eine Ausdaueranzeige. Sinkt diese auf null, schläft er vor Erschöpfung ein. Das Spiel ist verloren, wenn 9-Volt von seiner Mutter erwischt wird, er alle Leben im Microgame verliert oder er einschläft. Durch seine besondere Herausforderung und Präsentation gilt „Gamer“ als das Highlight in Game & Wario. Es wurde auch im Nachfolger WarioWare Gold erneut spielbar gemacht und stellt eine Kampfarena in Super Smash Bros. for Wii U sowie Super Smash Bros. Ultimate dar.

Ein exzentrischer Wissenschaftler und Erfinder, der sich selbst in der Toilette herunterspült, um in sein Labor zu gelangen mit einem Präzisionsspiel für ein bis zwei Spieler. Um einen Roboter zu bauen, müssen die Spieler auf Kommando vorgegebene Umrisse und Formen, wie beispielsweise Kreise, gleichseitige Dreiecke oder Winkel auf dem Touchscreen des Gamepads in der spezifizierten Länge, Umfang und im passenden Winkel so präzise wie möglich zeichnen. Die abschließende Gesamtpunktzahl bestimmt über die Qualität des daraufhin erstellten Roboters. In den Modi „Normal“ oder „In einem Zug“ spielbar.

Die junge Hexe Ashley und ihr kleines Teufelchen und Gestaltwandler Red. Ashley will durch einen Zauber eine in eine düstere Bilderbuchseite hineinreisen, doch im letzten Moment blättert ein Windzug die Seiten des Buches um und schlägt stattdessen eine bunte Keks- und Süßigkeitenlandschaft auf, in die Ashley und Red dann stattdessen reisen. Es handelt sich um ein seitwärts scrollendes Spiel, bei dem die Hexe Ashley auf ihrem in einen Besen verwandelten Begleiter Red durch die Luft automatisch nach vorn durch die Luft fliegt. Wenn das GamePad physisch nach links oder rechts geneigt wird, fliegt Ashley höher oder tiefer. Ein Tastendruck auf ZL oder ZR lässt sie je nach Taste einen kleinen Looping im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen. Der Spieler muss herumfliegende Süßigkeiten einsammeln und kann Hindernisse durch Schießen über das GamePad aus dem Weg räumen. Es gibt drei Level, die nach Abschluss zusätzlich in schwierigerer Variante spielbar sind.

Bulldogge Dribble ist ein Taxifahrer beim Taxiunternehmen „Diamant Taxi“ und Kater Spitz ist sein Freund und Beifahrer. Als die beiden nach langer Suche endlich auf Kundschaft treffen, wird ihr Kunde von einem UFO entführt. Deswegen beschließen Dribble und Spitz, die zunehmend auftauchenden, kundenentführenden UFOs zu verfolgen und mit einer Bazooka zu beschießen. Es handelt sich bei „Taxi“ um ein Actionspiel, welches sich durch seine taktische Tiefe auszeichnet. Der Fernsehbildschirm zeigt eine Übersichtskarte aus der Vogelperspektive, während das GamePad die direkte Sicht (Ego-Perspektive) des Fahrers darstellt. Mit dem GamePad muss der Spieler zielen und eine Bazooka abfeuern, um die UFOs abzuschießen. Daraufhin fallen die Fahrgäste zu Boden, müssen mit dem Taxi eingesammelt und an ihren Zielort gefahren werden. Die drei Level spielen auf einer Farm, in einem mehrstöckigen Weltraum-Parkhaus und in einem überdimensional gigantischen Wohnzimmer.

Als Wario mit seinem Motorrad durch „Diamant City“ fährt, fällt ihm in einem Schaufenster ein Piratenoutfit auf und kauft dieses, woraufhin er sich Käpt'n Wario nennt. Der Spieler muss das GamePad wie einen physischen Schild vor sich halten. Käpt'n Wario gibt seinen Piratenschiffen im Takt der Musik Kommandos, aus welcher Richtung (links, rechts, mittig oder von oben) Pfeile auf den Spieler abgefeuert werden. Der Spieler muss sich mit dem Bildschirm in den Händen physisch drehen und das GamePad in die entsprechende Richtung bewegen, um die Angriffe im Rhythmus abzuwehren.

Ein rhythmusbasiertes Abwehrspiel, bei dem alle Spielfiguren enthalten sind. Der Spieler nutzt das GamePad, um die Bowlingkugel zu werfen und die Pins abzuräumen. Die Wurfrichtung und der Drall der Kugel auf der Bahn werden manipuliert, indem das GamePad entsprechend gedreht wird.

Ein Remake des fiktiven GBA-Spiels Pyoro, einem Running Gag innerhalb der WarioWare-Serie. Der Spieler steuert den Vogel Pyoro, dessen lange Zunge diagonal in die Luft schießt, um vom Himmel fallende Bohnen aufzufangen. Wird Pyoro von einer Bohne am Kopf getroffen, ist das Spiel vorbei. Das Minispiel besticht durch einen geteilten Grafikstil: Auf dem GamePad präsentiert sich das Spiel in der minimalistischen LCD-Optik klassischer Game & Watch-Geräte, während der Fernseher das Geschehen detailliert in einem Knetgummi-Stil darstellt.

Mehrspieler

Der Außerirdische Orbulon. Eine digitale Adaption des Gesellschaftsspiels Montagsmaler (Pictionary). Das Spiel gibt dem Spieler mit dem GamePad einen Begriff vor, den dieser auf dem Touchscreen zeichnen muss. Die restlichen Mitspieler blicken auf den Fernseher und müssen das gezeichnete Objekt erraten. Einige zusätzliche Gimmicks lockern das klassische Konzept auf. Nach Abschluss des Spiels werden die Kritzeleien in einer virtuellen Galerie prunkvoll ausgestellt.

Dr. Crygors Enkelin Penny, die ebenso wie ihr Großvater Erfinderin ist. Ein asymmetrisches Katz-und-Maus-Spiel für zwei bis fünf Spieler, das in einer dicht bevölkerten Kleinstadt stattfindet. Ein Spieler erhält das GamePad, steuert damit anonym eine Figur in der Menschenmenge auf dem Fernseher und muss unauffällig verschiedene Früchte stehlen, die in der Stadt verteilt sind. Die Mitspieler dürfen in dieser Phase nur den Fernseher beobachten und müssen versuchen, verdächtiges Verhalten auszumachen. Nach dem Diebstahl wird das GamePad herumgereicht und die beobachtenden Spieler müssen den Dieb aus einer Liste von Verdächtigen identifizieren.

Ein strategisches Zielwerfen für zwei bis fünf Spieler. Die Spieler müssen kleine Kreaturen, die verschiedenenfarbenen Fronks, mit dem GamePad auf eine in verschiedene Punktesektoren unterteilte Zielinsel katapultieren. Da die Spieler abwechselnd antreten, ist es eine gängige Taktik, die Fronks der gegnerischen Spieler von der Insel zu stoßen, um deren Punktzahl zu verringern und sich selbst den Sieg zu sichern. Es gilt, Risiken abzuwägen und kann beispielsweise ganze Inseln ins Wasser reißen oder die Punktzahlen einzelner Plattformen durch Berührung verändern, um am Ende mehr Punkte als die anderen Mitspieler zu haben.

Ein rhythmusbasiertes Duell für zwei Spieler, die sich das GamePad teilen oder es hin- und herreichen. Ein Spieler gibt über drei verfügbare Buttons einen Beat vor und der andere Spieler muss diesen Rhythmus anschließend fehlerfrei wiederholen.

Weitere Modi

Mit fortschreitendem Spielfortschritt schalten sich stets weitere, kleine Spielmodi frei, die nachfolgend aufgeführt sind.

Miiverse Sketch: Dieser Modus teilte das grundlegende Zeichen-Gameplay von Orbulons regulärem Minispiel Artwork, war jedoch als reines Online-Feature in das Miiverse integriert. Der Spieler wählte eines von vier Wörtern, die von anderen Nutzern weltweit vorgeschlagen wurden, und musste den Begriff innerhalb eines strengen Zeitlimits zeichnen und hochladen.

Chick-N-Win: Erhaltene Münzen können an einem Kapselapparat gegen die Credits des Spiels und zufällige kleinste Minispiele eingetauscht werden, welche teilweise auch das Mikrofon oder die Kamera des Wii U GamePads nutzen.

Entwicklung und Veröffentlichung

Game & Wario wurde von Nintendo SPD und Intelligent Systems entwickelt. Als Produzent fungierte Yoshio Sakamoto, der das Projekt überwachte, während Goro Abe und Naoko Mori die Regie führten. Die Entwicklung begann im Januar 2011, noch vor der Veröffentlichung der Wii U. Ursprünglich war geplant, das Spiel als vorinstallierten Titel für die Konsole auszuliefern, weshalb es zunächst an kein bestehendes Nintendo-Franchise gebunden war. Auf der E3 2011 wurde ein früher Prototyp namens „Shield Pose“ (das spätere Minispiel „Pirates“) präsentiert, bei dem das Wii U GamePad als Schild zur Abwehr von Pfeilen genutzt wurde.

Im Sommer 2011 entschied man sich gegen eine Vorinstallation des Spiels, da der Umfang der Ideen das vorgesehene Maß sprengte. Das Team tat sich anfangs schwer damit, die verschiedenen Prototypen unterhaltsam in Szene zu setzen und eine zusammenhängende Rahmenhandlung zu entwerfen. Schließlich entschied sich das Entwicklerteam, das Projekt in das WarioWare-Universum zu verlagern. Die Prämisse sah nun vor, dass die bekannten Charaktere der Serie jeweils eines der Minispiele entworfen haben. Viele der verworfenen Handlungsideen wurden stattdessen in Form von sammelbaren virtuellen Kapsel-Spielzeugen („Chick-N-Win“) in das fertige Spiel integriert. Der Titel Game & Wario ist ein Wortspiel und eine optische wie namentliche Hommage an die klassische LCD-Spieleserie Game & Watch.

Da ursprünglich davon ausgegangen wurde, dass nicht alle Konsolenkäufer auch eine Wii-Fernbedienung besitzen, wurden alle Spiele exklusiv für die Nutzung des Wii U GamePads konzipiert, um dessen einzigartige Funktionen in den Fokus zu rücken. Um den Minispielen ein eigenes Profil zu geben, erhielten sie individuelle Titelbildschirme, die stilistisch an die oftmals aufwendig illustrierten Verpackungen früher NES-Spiele angelehnt waren. Bei der Konzeption der Spiele wurden die Regisseure durch verschiedene Entwickler-Veteranen von Nintendo unterstützt, die intern als „Nintendo All-Stars“ bezeichnet wurden. So halfen beispielsweise Kazuhiro Yoshikawa (Kirby’s Adventure Wii) beim Minispiel „Arrow“, Nobuo Matsumiya (Kirby und das magische Garn) bei „Kung Fu“ sowie Kensuke Tanabe und Risa Tabata (Metroid Prime) bei „Ashley“ und „Islands“.

Game & Wario wurde auf der E3 2012 im Rahmen einer Liste kommender Wii-U-Titel angekündigt. Zur unkonventionellen Vermarktung im Vorfeld startete Nintendo im Mai 2013 die parodistische Website „Crowdfarter“ (eine Anspielung auf Kickstarter), auf der Fans durch Interaktionen in den sozialen Medien vorgebliche Milestones erreichen und so digitale Belohnungen wie Hintergrundbilder freischalten konnten. Das Spiel erschien schließlich am 28. März 2013 in Japan, am 23. Juni in Nordamerika und am 28. Juni 2013 in Europa.

Rezeption

Game & Wario erhielt laut dem Bewertungsaggregator Metacritic mit 61 von 100 Punkten auf Basis von 60 Kritiken „gemischte oder durchschnittliche“ Bewertungen.

Während Kritiker die teils erfinderische Nutzung des GamePads lobten, wurde das Gesamtpaket oftmals als unausgewogen kritisiert. Positiv hervorgehoben wurde vor allem das Minispiel „Gamer“, das von Redakteuren wie Kyle Hilliard (Game Informer) und Keza MacDonald (IGN) als bestes Spiel der Sammlung bezeichnet wurde, da es Ton, Optik und die Besonderheiten des GamePads perfekt verzahne. Hilliard merkte an, dass gerade dieses Spiel die Existenz des GamePads rechtfertige und auf keiner anderen Konsole funktionieren würde. Auch das Minispiel „Taxi“ wurde unter anderem von Heidi Kemps (GameSpot) für seine spielerische Tiefe gelobt, während das Spiel „Pirates“ wegen seines hohen Wiederspielwerts und seiner komödiantischen physischen Ausführung Anklang fand.

Unter den wenigen Mehrspieler-Titeln wurde fast ausschließlich „Fruit“ positiv besprochen: Christian Donlan von Eurogamer bezeichnete es als höchst unterhaltsam und verglich es wohlwollend mit Indie-Titeln wie SpyParty. Ebenfalls großes Lob erntete die Vielzahl humorvoller Sammelobjekte, die laut Stephen Totilo von Kotaku den verrückten Serien-Humor am besten einfingen und zu den wenigen echten Kaufargumenten des Spiels gehörten.

Häufige Kritik erfuhren hingegen Minispiele wie „Kung Fu“, „Ashley“ oder „Ski“, da ihre unpräzise und wenig intuitive Bewegungssteuerung den Zwangseinsatz des GamePads nicht rechtfertigen konnte. Bemängelt wurde von mehreren Testern, dass das GamePad zu oft lediglich für simple Neigungs-Bewegungen verwendet werde, anstatt komplexe Spielmechaniken zu bieten, worunter laut Donlan besonders das Minispiel „Bowling“ litt. Die äußerst geringe Auswahl an Mehrspieler-Modi stieß ebenso auf Unverständnis wie der generelle Umfang des Titels, der unter anderem von der japanischen Famitsu als mangelhaft eingestuft wurde. Viele Kritiker zogen den direkten Vergleich zu früheren Ablegern der WarioWare-Serie und merkten enttäuscht an, dass der Titel eher wie eine experimentelle Minispiel-Sammlung wirke und es ihm an jener durchgehenden Kreativität fehle, für die das Franchise eigentlich geschätzt werde.

Die Verkaufszahlen blieben verhalten: In Japan verkaufte sich der Titel in der ersten Woche rund 22.500 Mal und landete auf dem zehnten Platz der Verkaufscharts.

Quellen und Überprüfung

Angepasst von Wikipedia. Der Text gehört den Autoren des Originalartikels und ist unter einer CC BY-SA 4.0-Lizenz verfügbar. Tabellen, Vorlagen und Fußnoten entfernt; Unten finden Sie Links zur Originalversion und zum Revisionsverlauf.

Aktualisierung des Quelltextes: 2026-08-21

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